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Zusage überrascht Hegeringleiter

Ministerin informiert über Afrikanische Schweinepest

BAD PYRMONT. Bad Pyrmonts Jäger erhoffen sich von Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast Informationen zur Afrikanischen Schweinepest aus erster Hand. Die CDU-Politikerin hat eine Einladung nach Bad Pyrmont angenommen. „Ich bin darüber positiv überrascht“, sagt Hegeringleiter Hans-Joachim Böhnke.

veröffentlicht am 03.04.2018 um 12:49 Uhr
aktualisiert am 03.04.2018 um 20:00 Uhr

Eine Bache mit zwei Frischlingen. Auch sie sind von der Afrikanischen Schweinepest bedroht. Foto: dpa
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Deutschland blieb bislang von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verschont. Aber alle Experten sind sich einig, dass es nicht um die Frage geht, ob die ASP kommt, sondern nur wann. Besonders groß ist der Druck auf die Jäger, die mehr Wildschweine schießen sollen, um einen Ausbruch der Krankheit nach Möglichkeit zu verhindern. Informationen aus erster Hand verspricht sich der Leiter der Pyrmonter Jägerschaft, Hans-Joachim Böhnke, kommende Woche von Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast, denn bislang sei vieles in Sachen ASP noch sehr vage.

„Ich war darum auch sehr positiv überrascht, dass die Ministerin unsere Einladung nach Bad Pyrmont angenommen hat, denn das ist keine Selbstverständlichkeit“, reagierte Böhnke auf die Zusage aus Hannover, am 11. April um 18 Uhr an einem öffentlichen Informationsabend zur akutellen Jagdpolitik in Niedersachsen im Pyrmonter Ratssaal teilzunehmen. Vermittelt worden sei dies durch Ratsmitglied Dirk Wöltje (CDU), Vorsitzender des Forstausschusses. „Wir erwarten an diesem Abend konkrete Informationen und haben auch die Möglichkeit, Fragen an die Ministerin zu stellen“, so der Hegeringleiter. „Dieser Informationsabend ist nicht nur für die Pyrmonter Jägerschaft von Interesse, sondern sicher auch für andere Hegeringe und Landwirte.“

Für die Prävention und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) stellt das Land Niedersachsen zusätzlich 4 Millionen Euro zur Verfügung. Für Otte-Kinast sind diese Mittel dringend notwendig. „Ein Ausbruch der ASP in Niedersachsen hätte milliardenschwere wirtschaftliche Folgen“, sagte sie kürzlich der Deutschen Presseagentur. Die Mittel sollen insbesondere für den Mehrabschuss von Wildschweinen genutzt werden.

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Foto: jhr

„Wir sind bereit, unseren Beitrag zur Vorbeugung, aber auch zur Bekämpfung der ASP zu leisten und haben das auch schon getan, aber die intensivere Bejagung bedeutet einen erheblichen finanziellen und zeitlichen Aufwand für uns“, macht Böhnke deutlich. Das fange bei der Verbesserung der jagdlichen Infrastruktur in den Revieren, der Hundesausbildung, der Vorbereitung, Planung und Durchführung der revierübergreifenden Jagden an und höre mit der wohl zukünftig erforderlichen, wenn auch aus jagdethischer Sicht bedenklichen Anschaffung von Schalldämpfern und Nachtzielgeräten zur weiteren Steigerung der Effektivität der Schwarzwildbejagung auf.

Der Bitte Böhnkes um finanzielle Entlastung hat der Landkreis Hameln-Pyrmont zumindest in einer Hinsicht entsprochen. Seit vier Wochen verzichtet die Behörde auf die Erhebung der Gebühr für die Trichinenuntersuchung in Höhe von 6 Euro je Tier für im Landkreis Hameln-Pyrmont erlegtes Schwarzwild. Diese Regelung gilt zunächst bis zum Jahresende 2018 (wir berichteten). Doch auf die Jagdsteuer will der Kreis seinen Verzicht laut Böhnke bislang nicht ausdehnen. „Da würden wir uns mehr Unterstützung vom Landrat erwarten“, sagt er und verweist auf den Landkreis Holzminden, der auf die Jagdsteuer seit dem 1. April ganz verzichte. Die Holzmindener begründen die Streichung der Steuer – jährlich rund 50 000 Euro – mit den umfangreichen Leistungen der Jägerschaft für die Natur und die Beseitigung des Fallwildes. Laut Böhnke verlangt der Kreis bis zu 1000 Euro Jagdsteuer jährlich je Revier, jeweils 10 Prozent von der Jagdpacht. „Wir sehen zurzeit keine Veranlassung, auf die Jagdsteuer zu verzichten“, betonte eine Sprecherin des Keises am Dienstag auf Anfrage.

Der Hegeringleiter würde es vor dem Hintergrund der ASP außerdem begrüßen, wenn die Städte und Gemeinden Jagdhunde von der Hundesteuer befreien würden und hat Landrat Tjark Bartels (SPD) gebeten, sich bei den Bürgermeistern dafür einzusetzen. In in Bad Pyrmont können Jäger für ihre speziell ausgebildeten und geprüften „Jagdgebrauchshunde“ eine 50-prozentige Ermäßigung dieser Steuer beantragen.



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