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Konzern gibt neues Outfit vor

Mercedes bestimmt und Welger zahlt

BAD PYRMONT. Nach 30 Jahren bekommt das Pyrmonter Autohaus Welger ein neues Outfit. Firmenchef Franz Welger hat dabei kaum mitzubestimmen. Der Konzern gibt jedes Detail vor und das Autohaus muss zahlen. Aber das seien die Spielregeln, so Welger.

veröffentlicht am 18.07.2017 um 12:50 Uhr
aktualisiert am 18.07.2017 um 14:50 Uhr

Die blaue Pylone vor dem Autohaus ist bereits demontiert worden. Foto: Welger
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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„Vive La Mannschaft“ (Es lebe die Mannschaft) steht unter einem Foto im Verkaufsraum des Autohauses Welger. Es zeigt das Team des Unternehmens an der Südstraße. Gleiche Fotos finden sich in anderen Betrieben. Mit dem Werbesport „Vive La Mannschaft“ feierte der Autohersteller Mercedes-Benz im vergangenen Jahr die Fußballnationalmannschaft bei der EM. Die Stuttgarter legen, wie andere Marken auch, größten Wert auf einen einheitlichen Auftritt ihrer Partner. Und der, so hat es die Konzernzentreale in Stuttgart vor zwei Jahren beschlossen, bedarf einer Auffrischung, was das äußere Erscheinungsbild betrifft. Der Entscheidungsspielraum von Autohauschef Franz Welger tendiert dabei gegen Null.

Nach 30 Jahren wechselt das seit 49 Jahren in Bad Pyrmont ansässige und selbstständige Autohaus vom alten „Arbeitsblau“ zum neuen „3D Black“, wie Mercedes die Farben nennt. Schriftzüge, Hinweisschilder, Signets, Leuchtschriften, Fahnen, die große Pylone vor dem Betrieb und die Dienstkleidung der Mitarbeiter sind künftig in schwarzen und weißen Farben gestaltet und entsprechen weltweiten Standards. Jedes Detail gibt der Konzern vor, jedes Detail wird geprüft und am Ende nach abgeschlossener Umgestaltung vor Ort einer Endkontrolle unterzogen.

„Das sind die Spielregeln, auf die wir uns eingelassen haben“, sagt Firmenchef Welger. Ihm bleibt keine andere Wahl, als den Vorgaben zu folgen, will er autorisierter Vertragspartner und Schwerpunktbetrieb des Autoproduzenten aus Stuttgart bleiben. Das betreffe vor allem auch die Schulungen der Mitarbeiter, Zertifizierungen, Systemwerkzeuge, betriebliche Abläufe, die exakte Lichtstärke der Deckenstrahler im Verkaufsraum und vieles mehr. „Das ist ein relativ hoher Aufwand. Alleine für die von Mercedes vorgegebenen Schulungen haben wir in diesem Jahr bereits 20 000 Euro ausgegeben“, stellt er fest.

Auch das große Schild mit dem Namenszug von Autohauschef Franz Welger wird ausgetauscht. Foto: uk
  • Auch das große Schild mit dem Namenszug von Autohauschef Franz Welger wird ausgetauscht. Foto: uk

Der nun bevorstehende Markenauftritt kommt ihn noch teurer. Auf bis zu 70 000 Euro schätzt Welger den Aufwand fürs neue Outfit. „75 Prozent davon müssen wir selber übernehmen.“ Was übrig bleibt, fließt aus Stuttgart nach Bad Pyrmont – aber nur wenn die Markenprüfer ihre Vorgaben haargenau an der Südstraße umgesetzt sehen. Und warum das alles? Der Aufwand rechne sich, bekräftigt der Autohauschef. Aus der engen Verbindung mit Mercedes ergebe sich auch entsprechendes Kundenpotenzial.

Stolz ist Welger darauf, dass im Zuge der Umgestaltung eine 5,70 hohe und 3,75 Meter breite schwarze Tafel mit einem Mercedes Stern installiert wird. „Die bekommen sonst nur die konzerneigenen Niederlassungen.“ Doch der aus dem Jahr 1997 stammende Bau erfüllte schon damals alle Vorgaben, die der Konzern heute stellt. „Da war ein wenig Glück dabei“, sagt Welger. „Wären wir nur zwei oder drei Jahre früher dran gewesen, hätten wir nach altem Vorbild gebaut, das heute nicht mehr akzeptiert wird.“

Nach 30 Jahren im alten Mercedes-Blau hält Welger den neuen Auftritt für durchaus gerechtfertigt, auch wenn ich nicht jedes Detail der Designer überzeugt. Schon jetzt trauert der dem in blauer Farbe gehalten großen Schriftzug an der Westseite des Gebäudes nach. „Der sieht doch richtig chic aus“, meint er. Doch es hilft nichts, die Ansage ist klar. Auf den Müll sollen die großen blauen Buchstaben aber auf keinen Fall, das hat er bereits beschlossen. Aber eines muss er nicht ändern. Der große Mercedes Stern, den er vor 20 Jahren auf dem Dach installieren ließ, ist weiß. Und das passt auch künftig.

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