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Virtuose Musiker spielen vor wenigen Besuchern

Melodien, die Mozart schwitzen ließen

BAD PYRMONT. Mit Schwung und Vehemenz entließ das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode das Publikum am Ostersamstagabend in die Feiertage, eloquent und präzise dirigiert von seinem Leiter, Musikdirektor Christian Fitzner.

veröffentlicht am 22.04.2019 um 20:27 Uhr

Der 22-Jährige Pianist Vladislav Fedorov bewies spielerische Leichtigkeit und handwerkliche Präzision. Foto: rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Leider konnte im großen Saal des Konzerthauses nur ein relativ schwacher Besuch verzeichnet werden, obwohl das Kammerorchester mit seinen 32 Mitgliedern so gut disponiert war, dass es das anspruchsvolle Programm mit großer Spielfreude und musikalischer Hingabe exzellent meisterte. Viel Mozart, wenig Schubert, mit dem der Abend jedoch machtvoll eingeleitet wurde. Die „Ouvertüre im italienischen Stil C-Dur 591“ faszinierte durch ihre Nähe zu Gioachino Rossini, der diesen Stil schon einige Jahre vor dieser im Jahre 1817 entstandenen Komposition in die Konzertwelt eingeführt hatte und damit großen Erfolg verzeichnen konnte – sogar unter den „bösen“ Wiener Kritikern

Dieser Ouvertüre haftet eine italienische Leichtigkeit an, getragen von der brillanten Querflöte, jedoch auch ein feuriger und temperamentvoller Charakter, der wiederum von punktuellen Einwürfen der Waldhörner, Klarinetten und Fagotten angehoben und rhythmisch durch die ständig präsenten Violinen unterstützt wird. Eine phänomenale Fülle, die da von dem Ensemble präsentiert wurde und einfach Freude beim Zuhören machte. Einen weiteren Höhepunkt setzte der erst 22-jährige Pianist Vladislav Fedorov, der das „Konzert für Klavier und Orchester Nr. 15 B-Dur KV 450“ mit Inbrunst intonierte und dabei spielerische Leichtigkeit und handwerkliche Präzision bewies. Eines der technisch anspruchsvollsten Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart, der dazu bemerkt hatte, dass es ihn „schwitzen machte“.

Hier hört man bereits die Loslösung von Traditionellem und die Hinwendung zu einer Betonung von Bläsern als Melodieinstrumente. Hornbläser und Oboen sorgen für das Klangvolumen, Klavier und Orchester agieren eigenständig und werden zu einem besonderen Genuss miteinander verknüpft. Am 27. April 1784 erstmals aufgeführt, führt dieses Konzert fast schon auf Beethoven hin.

Vladislav Fedorov bewies in seiner Interpretation große pianistische Reife, enorme Virtuosität und tiefes Empfinden, was seitens des Publikums mit viel Beifall quittiert wurde und zu zwei Zugaben führte.

Die nach der Pause folgende „Sinfonie Nr. 39 Es-Dur KV 543“ stammt aus einer Zeit der Depressionen und des Geldmangels Mozarts, und es ist nicht gesichert, ob sie überhaupt zu seinen Lebzeiten aufgeführt wurde. Einerseits ist da die Furcht, die Nacht der Geisterwelt präsent, andererseits besitzt die Sinfonie heroische und elegische Züge, sogar eine bis zum Übermut reichende Ländler-Idylle im dritten Satz.

Doch insgesamt überstrahlt eine gewisse Melancholie das Werk trotz seiner Dur-Tonart. Das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode lief zu großer Form auf und bediente die ganze Bandbreite vom Pianissimo bis hin zum Fortissimo mit äußerster Sensibilität.



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