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Levente György singt ungarische Lieder

Melancholische Reise in die Heimat

BAD PYRMONT. Fliegende filzbespannte Klöppel, kaum mit dem Auge zu verfolgen, kennzeichnen das Spiel auf dem Cimbalom, jenem Instrument, das ein Charakteristikum der ungarischen Musik und jener der Sinti und Roma ist. Zu hören war sie im Traditionslokal Schloss-Weinstuben, dessen Kaminzimmer Otto Dohse für einen besonderen Zweck zur Verfügung gestellt hatte.

veröffentlicht am 12.01.2018 um 14:46 Uhr

Gefühlvoller Auftritt (v. l. n. r.): Bassbariton Levente György, Cimbalvirtuose Kálmán Balogh sowie Violinist und „Primaz“ Viktor Olah. Foto: rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Da saß am Cimbalom Kálmán Balogh, eine absolute Koryphäe an diesem Instrument, und gerade erst beim Neujahrskonzert in Hameln begeistert gefeiert (wir berichteten). Dabei auch Viktor Olah an der Violine, sonst als Solist in Dohses Spelunke bekannt, nunmehr in der Rolle des Primaz und Konzertmeisters. Beide bildeten den musikalischen Rahmen für die sogar in den kleinen Räumlichkeiten großartige Stimme von Levente György, dem aus Siebenbürgen stammenden voluminösen Bassbariton, der ebenfalls Teil des Neujahrskonzerts in Hameln war.

Diskussion unter den Musikern, Probe, Aufnahme. So ging es hin und her, gefilmt von dem Garbsener Filmemacher Dirk Rohde. Ihn hatte Levente György beauftragt, diverse Lieder filmisch zu dokumentieren. Das gediegene Ambiente mit loderndem Kaminfeuer im Hintergrund, historischen Gemälden an den Wänden, gedeckten Braun- und Gelbtönen sowie einem stilgerechten Outfit gab die intime Atmosphäre, die sich György für diesen Gig vorgestellt hatte. Seit der Spielzeit 2011/12 ist er Ensemblemitglied am Theater für Niedersachsen Hildesheim und in zahlreichen Rollen zu Hause. Nun sollte seine Stimme in dem Filmclip vor allem seine Eltern erfreuen und ebenfalls für PR-Zwecke Verwendung finden. Die ungarischen Lieder thematisieren natürlich Ungarns Fluss, die Donau, sind melancholisch, dramatisch und teilssentimental. Sie können aber auch explodieren, ein rhythmisches Feuerwerk entfachen, das die Nähe zur Tradition der „Zigeuner“-Musik in sich trägt. „Sie sind Erinnerungen an meine Kindheit,“ erläuterte Levente György, „und sie enthalten das Grundrepertoire für Zigeuner. Meine Eltern und die Verwandtschaft sind einfache Leute, und für sie ist es große Kunst, wenn dieses Liedgut weitergegeben wird.“ So etwa in dem Lied, in dem ein alter Zigeuner sein letztes Lied auf der Geige spielt, was Viktor Olah brillant auf seiner Violine intonierte. Es war ein ergreifendes Konzert, das die drei Ausnahmekünstler gaben. Auf diesem Niveau soll, so der anwesende Sascha Weiß vom Hamelner Weiß-Trio, zukünftig mehr in den „Schloss-Weinstuben“ zu hören sein.

Über einen zeitgemäßen Relaunch für das Lokal denken der Gitarrist, dazu Robert Weiss aus Eschershausen, und Mario Rosenberg aus Hameln, gemeinsam mit Otto Dohse nach, und das Ergebnis kann durchaus eine spezielle Nische im Musikbad Pyrmont füllen. Man darf gespannt sein.



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