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Gayle Tufts zeigt sich im Pyrmonter Schlosshof glänzend aufgelegt, temporeich und dramatisch

Meisterin der guten Laune

Bad Pyrmont. Es war die Nacht der großen Posen: Gayle Tufts präsentierte sich wieder einmal glänzend aufgelegt ihren Fans im sehr gut besuchten Bad Pyrmonter Schlosshof. Und kaum, dass sie die Bühne betreten hatte, ging sie schon in die Vollen: „Today we are going to make love“, sprudelte es aus ihr heraus. Sie schob aber gleich nach, dass sie Wert darauf lege, allegorisch verstanden zu werden. Innerhalb von Sekunden fügte sie dann noch eine Abhandlung über die verschiedenen Spielarten der Romantiker an und ordnete ihren Mann als realistischen Romantiker ein: „Er ist Bremer.“

veröffentlicht am 11.08.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:21 Uhr

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Autor:

Carlhermann Schmitt
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Gayle Tufts Heimat Massachusetts scheint das Hessen der USA zu sein, die Region, in der das Sprachzentrum der Menschen in der Nasenspitze liegt, sodass die Wörter ohne weitere Umschweife direkt auf die Zunge tröpfeln, die dann mit Sprechen kaum hinterherkommt. So erfuhr der aufmerksame Besucher bereits am „very good Anfang“, dass die 54-jährige Entertainerin mit ihrem Alter hadert: „Die Mutter meines Pianisten Marian Lux ist nur ein Jahr älter als ich.“

Dass ihr die Menopause nicht bekomme und dass die Liebe für sie einen hohen Stellenwert einnehme – das alles hörten die Gäste, noch bevor die Entertainerin zur Mitte der Bühne gekommen war, wo sie dann die Raute machte: die Handbewegung, mit der sich Angela Merkel vermutlich bei Robert Lembke vorgestellt hätte. Dabei sinnierte sie über den Beckenbruch der Kanzlerin: „Hardcore.“ Und fand zwischenzeitlich auch immer noch Gelegenheit zu singen – sehr zu Begeisterung des Publikums, das richtig mitging: sowohl bei den Anekdoten als auch beim musikalischen Teil der Unterhaltung.

Gayle Tufts nutzte die Stücke für ihre Posen, die so dramatisch angelegt waren wie die deutscher Schlagersängerinnen, und so souverän wie die amerikanischer Entertainer zu Zeiten des Rat Packs. Und so hatte es schon etwas Skurriles, wenn sich Gayle Tufts wie eine Diva zu „Happy“ von Pharrell Williams bewegte, insbesondere da sie aus einem Land stammt, das so jung und schnelllebig ist, dass dort Britney Spears schon unter Denkmalschutz stehe, wie Tufts betonte.

Viel Beifall bekam auch Marian Lux, der die Entertainerin nicht nur am Piano und am Akkordeon begleitete, sondern sich auch als Tanzpartner, romantischer Seelenverwandter oder Fußball-Hiphopper gut in Szene zu setzen vermochte. Gayle Tufts zog in ihrer Show alle Register, bejubelte Fußball, beneidete ihre Tochter um ihr sportliches Sexualleben, sprach von ihrem Therapeuten und von Florian Silbereisen, in dessen Show sie einmal zwischen Andrea Berg und dem Kosakenchor auftrat.

Und alle klatschten: zum Beispiel die, die den Schlager mochten, denn sie lobte Silbereisen. Genauso die, die das furchtbar fanden, denn sie lobte ihn nur als Person. In ihrem Ausdruck lag nie auch nur der Hauch eines hintersinnigen Schalks, als wäre ihr die Ironie völlig fremd. Und so erklärte sie auch völlig im ernsten Ton: „Ich kann auch einen Witz: Reitet ein Cowboy zum Friseur, kommt wieder raus – Pony weg.“ Auf alle Fälle bewies die Künstlerin, dass sie eine Meisterin der guten Laune ist, selbst wenn sie sich über ihre Figur grämt – und wer tut das nicht.

Am Ende gab es zustimmenden Applaus vom Publikum für sie und ihren Partner.

Gayle Tufts und ihr Partner Marian Lux können auch besinnlich.yt



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