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Gute Vorträge beim Rheuma-Patientensymposium aber weniger Besucher als im Vorjahr

„Mein Körper frisst mich innerlich auf“

BAD PYRMONT. Hochkarätige Referenten, ein umfangreiches dichtes Programm und ein veritabler Anlass füllten am Samstag das Konzerthaus mit Besuchern, die das Rheuma-Patientensymposium zu Information, Anleitung und praktischer Erfahrung nutzen wollten. Allerdings blieb die Zahl der Besucher hinter den Erwartungen zurück.

veröffentlicht am 12.05.2019 um 14:39 Uhr

Inge Ehlebracht-König, Präsidentin der Rheumaliga, machte deutlich, wie wichtig Bewegung bei einer Rheumaerkrankung ist. Foto: rr
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Rudi Rudolph Reporter
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.Die gemeinsame Veranstaltung des Rheumanetzes Weserbergland-Bad Pyrmont e.V., der Rheumaliga Niedersachsen und der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB), Landesverband Niedersachsen, verfolgte das Interesse, die als Volkskrankheiten weitverbreiteten rheumatischen Erkrankungen mit ihrer Relevanz in den Vordergrund zu rücken. Damit soll das Profil von Bad Pyrmont als Kompetenzzentrum für Bewegungsorgane und insbesondere rheumatische Erkrankungen geschärft und die Aktivitäten der lokalen Akteure gebündelt werden.

Unter der Moderation von Hans-Joachim Metzig, Geschäftsführer der Rheumaliga, und Rüdiger Schmidt, Vorsitzender des DVMB Niedersachsen, startete das Symposium, angeschoben von Prof. Dr. Christoph von Schulze Pellengahr vom Bathildiskrankenhaus und Bettina Schlüter, die das Staatsbad repräsentierte. Mit Dr. Martin Gehlen, der über Spondylarthritis referierte, und Prof. Dr. Dirk Meyer-Olsen, der als Thema die Rheumatoiden Arthritis behandelte, stiegen zwei Referenten gleich tief ins Thema ein, aufmerksam verfolgt von den doch zum großen Teil sachkundigen, weil selbst betroffenen, Zuhörern.

Dr. med. Michael Schwarz-Eywill von der Fürstenhofklinik sprach über den „systemischen Lupus erythematodes“. Das ist eine seltene Autoimmunerkrankung, die auch auch innere Organe betrifft Ursache ist eine Art Fehler im Immunsystem. Der Lupus betrifft viel mehr Frauen als Männer und benötigt eine lebenslange Therapie. Da gäbe es einen Fehler im Immunsystem, so Schwarz-Eywill, der unter anderem ein Brennen in den Organen verursache. Patienten hätten ihm schon öfter gesagt: „Mein Körper frisst mich innerlich auf.“ Im Prinzip könne jedes Organ befallen werden, und daher müsse bei der Vielzahl von Varianten ein Rheumatologe systematisch versuchen, die Diagnose zu stellen, sagte der Experte.

Die praktische Anwendung des Gehörten konnten Interessierte am Nachmittag in verschiedenen Kliniken erproben, wie hier bei „Drums Alive“ im Therapiezentrum Brunswiek. Foto: rr

Alle Referenten vereinte das große Fazit, dass es bei rheumatischen Erkrankungen sowohl für die Therapie als auch schon für die Prophylaxe unerlässlich sei, sich zu bewegen. Darauf ging besonders Inge Ehlebracht-König ein, Internistische Rheumatologin und Chefärztin im Rehazentrum Bad Eilsen, die zugleich Präsidentin der Rheumaliga ist. Sie hob hervor, dass Muskelarbeit eminent wichtig sei, denn das müsse man leisten, weil sonst neben entzündlichen rheumatischen Erkrankungen mit Schmerzen, Erschöpfung, Funktionseinschränkungen, muskulärer Schwäche und Osteoporose weitere sogenannte Komorbiditäten (Begleitkrankheiten) auftreten können wie Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Stoffwechselerkrankungen oder Depressionen. „Bewegung ist das A und O, kann man dadurch doch das muskuläre Wachstum fördern, Fettgewebe abbauen, bei Diabetikern eine bessere Glukoseverwertung ankurbeln und die Risiken von Begleiterkrankungen signifikant senken“, erläuterte die Medizinerin. Insgesamt also eine Verbesserung der körperlichen und psychischen Konstitution, Senkung der Krankheitssymptomatik und Verbesserung der Lebensqualität. Die Umsetzung der Empfehlungen gestaltete sich anschließend eher ambivalent. Während der Nachmittag von manchen Teilnehmern des Symposiums zu Aktivitäten in den sieben Kliniken genutzt wurde, machten sich andere zur Palmenführung, zu einer Klinikführung, Nordic Walking oder zum Barfußparcours auf.

Zufrieden äußerte sich Bettina Schlüter vom Vorstand des Rheumanetzwerkes auf Nachfrage. Die Vorträge seien sehr verständlich und informativ gewesen. Dass das Vorjahresergebnis von 600 Besuchern nicht habe erreicht werden können, begründet sie damit, dass nach der Vereinsgründung im letzten Jahr zahlreiche Hürden überwunden werden mussten. Daher habe die Veranstaltung auch nicht ins Jahresprogramm aufgenommen werden können, und für eine breitgestreute Werbung sei nur wenig Zeit geblieben. Wichtig sei aber, dass sich erstmals alle Pyrmonter Kliniken an dem Patientensymposium beteiligt hätten.



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