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Jahresbilanz am Ausbildungsmarkt in Lippe

Mehr Bewerber, weniger Lehrstellen

LIPPE. In Lippe haben sich bis Ende September 3.574 Bewerber gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich damit 102 Bewerber (2,9 Prozent) mehr bei der Berufsberatung gemeldet. Gleichzeitig wurden dem Arbeitgeberservice für Lippe 1975 Ausbildungsstellen gemeldet – 78 Stellen und 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

veröffentlicht am 02.11.2017 um 15:06 Uhr

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LIPPE. In Lippe haben sich bis zum Abschluss des Ausbildungsjahres Ende September 3574 Bewerber gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich damit 102 Bewerber (2,9 Prozent) mehr bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Detmold gemeldet. Gleichzeitig wurden dem Arbeitgeberservice im Berichtsjahr 2016/2017 für Lippe 1975 Ausbildungsstellen gemeldet – 78 Stellen und damit 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold, bilanziert den Ausbildungsmarkt: „Während das Angebot an Ausbildungsstellen in Lippe zurückgegangen ist, stiegen die Bewerberzahlen. Es ist kein rechnerischer Ausgleich des lippischen Ausbildungsmarkts erreicht.“ Daher appelliert Thiele an die Arbeitgeber in der Region: „Sichern Sie sich durch eigene Ausbildung Ihren Fachkräftenachwuchs, um Ihr Unternehmen für die Zukunft zu rüsten. Viele der Bewerber in Lippe sind gut qualifiziert, 70 Prozent besitzen einen Realschul- oder höheren Schulabschluss. Laden Sie Bewerber zu Gesprächen ein, auch vermeintlich schwächere. Gerade junge Leute mit weniger guten Zeugnissen überzeugen oft im Gespräch und im Praktikum.“

Laura Krüger, Teamleiterin der Detmolder Berufsberatung, weiß aus ihrer Arbeit: „Der qualitative Ausgleich wird immer schwieriger. Es fehlen Ausbildungsstellen in den vermeintlich attraktiven Berufen, weshalb Ausbildung auf Vorrat bei den Unternehmen in der Region wünschenswert wäre. Stärkere Schüler besuchen alternativ oft eine weiterführende Schule oder beginnen ein Studium, ehe sie sich für eine Ausbildung fernab ihres Wunschberufs entscheiden. Auch hier besteht ein Potenzial an Bewerbern für Arbeitgeber, die ihre Fachkräftesicherung selbst in die Hand nehmen wollen.“

Besondere Bedeutung in Hinblick auf die schwieriger werdenden Ausgleichsprozesse am Ausbildungsmarkt hat die Netzwerkarbeit aller Beteiligten. Eine intensive Zusammenarbeit zwischen IHK, Kreishandwerkerschaft, Handwerkskammern, Schulen und Agentur für Arbeit ist eine wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Berufsorientierung und Integrationsarbeit.

Laut Michael Wennemann, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Lippe zu Detmold, stellt sich der zurückliegende Ausbildungsmarkt folgendermaßen dar: „Wir freuen uns, dass wir zum Stichtag 30. September 2017 gegenüber dem Vorjahresseptember ein Plus an eingetragenen Ausbildungsverträgen von 3,1 Prozent verzeichnen konnten. Insbesondere unser Projekt „Passgenaue Besetzung von Ausbildungsstellen“ hat sich als Erfolgsmodell heraus gestellt. Wir werden auch zukünftig bei Eltern, Schülern und Lehrern für die duale Ausbildung werben, damit möglichst keine angebotenen Ausbildungsplätze mehr unbesetzt bleiben“, betont IHK-Bildungsgeschäftsführer Michael Wennemann.

Andrea Hegerbekermeier, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, bilanziert: „Mit Stichtag 30. September 2017 verzeichnet das Handwerk im Kreis Lippe 399 neu eingetragene Auszubildende, also zehn mehr als im Vorjahr.“ Sorgen bereitet der Handwerksorganisation der Trend bei den Jugendlichen, weiterführende Schulabschlüsse einer fundierten „Dualen Ausbildung“ vorzuziehen. „Dies ist aber nicht richtig, denn höhere Bildung bedeutet nicht gleich mehr Kompetenz“, so Hegerbekermeier. In Zukunft werde der Wettbewerb um die besten Bewerber noch härter und die Sicherung der Fachkräfte noch wichtiger. Die Kreishandwerkerschaft appelliere an Handwerksbetriebe, die Ausbildungsbereitschaft zu verstärken und Ausbildungsentscheidungen frühzeitig zu treffen. red

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