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Beim wiederbelebten Backofenfest ist kein Platz mehr frei

Mehr Besucher als erhofft

FALKENHAGEN. Zehn Jahre lang gab es kein Backofenfest mehr – nun hat der Falkenhagener Heimat- und Verkehrsverein diese Tradition wiederbelebt. Extra dafür sind mehr als doppelt so viele Besucher nach Henkenbrink gekommen, als der kleine Ort Einwohner hat.

veröffentlicht am 26.06.2016 um 20:35 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

von Carlhermann Schmitt
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„Lass mich gerade mal nachzählen“, hat Jörg Schrader auf die Frage eines Auswärtigen geantwortet. Der wollte wissen, wie viele Einwohner der Falkenhagener Ortsteil Henkenbrink hat. 39 lautete das Ergebnis des Vorsitzenden des Falkenhagener Heimat- und Verkehrsvereins, der das Backofenfest organisiert hatte. Und zwar mit vollem Erfolg. Bereits am frühen Nachmittag wurden gut 100 Gäste gezählt, also weit mehr als die doppelte Einwohnerzahl. Damit dürfte sich die Veranstaltung in der Kategorie des Münchner Oktoberfests bewegen.

„Vor zehn Jahren gab es das letzte Fest dieser Art“, erinnerte sich Manfred Ovenhausen, der dem damaligen Bäcker über die Schulter geschaut hat. „Dabei habe ich gelernt, wie der Backofen auf Temperatur gebracht wird und wie die Brote und der Butterkuchen darin gebacken werden.“ Selbst für den Konditor nicht trivial: „Bereits gestern haben wir damit begonnen den Ofen aufzuheizen.“ Dazu wird das Holz im Backraum abgebrannt, bis die Steine des Ofens so heiß sind, dass gebacken werden kann. Dann werden der Backraum geleert und die Asche weggewischt. Der Ofen hält lange genug die Hitze, dass darin hintereinander mehrere Ladungen Blechkuchen und Brot gebacken werden können. „Zur Not kann man dazwischen auch noch einen Blecheimer mit Glut hineinstellen“, erklärt er.

Dann wird’s hektisch. Die zweite Fuhre Brot soll gebacken werden. Ovenhausen hält die Ofentüre offen und leuchtet mit einem Baustrahler in den Backraum. Günter Weber lässt sich den über zwei Meter langen Schieber mit einem Brot-Rohling reichen, platziert die Teigform in der hinteren Ecke des Ofens und tauscht dann den leeren gegen einen weiteren Schieber mit einem Rohling aus. Er muss genau balancieren, weil der Platz hier vor dem Ofen eigentlich viel zu beengt für die langen Stile ist.

Weber ist unglücklich, dass er immer wieder warten muss, bis er einen neuen Rohling bekommt: „Das muss schneller gehen, der Ofen kühlt aus.“ Geht es aber nicht, weil Annette Werner, selbst Bäckerin, die einzelnen Laibe erst voneinander trennen muss. Man arrangiert sich und bald liegen 25 Brotrohlinge im Ofen. Die Gäste stärken sich derweil mit Butterkuchen und Kaffee, während die Brote vor sich hin backen. „So muss Butterkuchen schmecken“, lobt ein Gast den nach alter Väter Sitte angesetzten Blechkuchen: „Oben daumendick Zuckerkruste und unten suppt die Butter raus.“

An den Tischen ist kein Platz mehr frei: „Das ist doch ein schöner Erfolg für das wiederbelebte Fest“, freute sich auch Holger Moseke, „dass trotz des widrigen Wetters noch deutlich mehr Besucher gekommen sind, als wir uns erhofft hatten.“ Und die Gäste genossen auch die Show, als Günter Weber die fertigen Brote aus dem Ofen schaufelte, mit dem Stil auch gerne mal irgendwo hängen blieb, aber zu guter Letzt alle Laibe wohlbehalten in die Hände von Annette Werner bugsierte. Die waren dann auch ebenso schnell wie die ersten 25 verkauft. Nur einige Laibe wurden aufgeschnitten, mit Schmalz veredelt und dann von den Gästen bei einem frisch gezapften Bier verköstigt. „Die Tradition lebt, und wir werden sie am Leben erhalten“, versicherte der Vereinsvorsitzende: „Nicht in jedem Jahr wird es ein Backofenfest geben, aber zehn Jahre werden wir nicht mehr warten.“



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