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3700 Besucher haben im Schlossmuseum die Ausstellung „Willkommen in Bad Pyrmont“ gesehen

Manche weinten beim Anblick der Koffer

Bad Pyrmont (Hei). Als Kind von Flüchtlingseltern aus Schlesien wurde er 1949 in Bad Pyrmont geboren. Nun wecke die Ausstellung „Willkommen in Bad Pyrmont“ viele Erinnerungen in ihm, hat Friedhelm Menzel ins Gästebuch des Museums geschrieben. Und eine Umschülerin aus dem Berufsförderungswerk teilt in dem Buch mit, dass sie die Vorgeschichte des BFW im Schloss mit besonderem Interesse in der Präsentation studiert habe. Die Pyrmonter Karola und Joachim Pesch freuen sich, dass sie viele bekannte Gesichter auf den Fotos entdeckt haben. „Wir sind stolz, dass unsere Familiengeschichte ein Teil der Ausstellung ist“, schreibt Familie Bock. Und ein Ehepaar aus Kasachstan bedankt sich für die Darstellung vom Zusammenleben verschiedener Kulturen.

veröffentlicht am 15.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 11:41 Uhr

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Bis auf die Präsentation „Dörfliches Leben“ vor einigen Jahren sei noch kein anderes Thema so nah an den hier lebenden Bürgern gewesen wie die gestern beendete Ausstellung „Willkommen in Bad Pyrmont“, betont Museumsleiter Dr. Dieter Alfter. „Das begann schon bei den vielen privaten Leihgebern, ohne die ein solches Thema gar nicht zu machen gewesen wäre“.

Einschließlich des dreistöckigen Bettes für die ersten Gastarbeiter, das bei den Besuchern immer besondere Aufmerksamkeit fand, kamen fast alle Leihgaben aus der Bevölkerung. „Eine solche Resonanz hatte ich kaum erwartet, als wir das erste Mal dazu aufriefen, uns etwas aus der eigenen Geschichte zu bringen“, gesteht Alfter. Eine große Hilfe sei auch der Integrationsrat gewesen, der Menschen mit Migrationshintergrund motiviert habe.

Zu den ausgestellten Objekten gehören einige Koffer, in denen beim Verlassen der Heimat das für den Neuanfang Wichtigste mitgenommen wurde. „Diese Koffer sind wie ein Synonym für Flucht, da kamen bei vielen Besuchern schmerzliche Erinnerungen hoch“, sagt der Museumschef. „Manche waren so betroffen, dass sie bei den Führungen Tränen in den Augen hatten und erst einmal aus dem Raum gingen.“

Die Ausstellung lebte zwar zu einem Gutteil von ihrem lokalen Bezug. Und doch konnten auch viele Besuchern aus anderen Städten und sogar anderen Ländern Parallelen zu eigenen Erlebnissen und Erfahrungen entdecken. Davon zeugen die Eintragungen im Gästebuch, auch in englischer, französischer, holländischer und spanischer Sprache.

Insgesamt 3700 Besucher haben die Ausstellung gesehen. Darunter vor Ferienbeginn etliche Schulklassen, die auch das Projekt der Humboldt-Gymnasiasten im Obergeschoss mit besonderem Interesse verfolgten.

Ihm und seinem Museumsteam habe diese Ausstellung noch in anderer Hinsicht etwas gebracht, erklärt Dieter Alfter: Wir erfuhren einiges, was auch mir bisher nicht so bekannt war, zum Beispiel über die Geschichte des Schlosses als Versehrtenfachschule.“

Inzwischen bereitet sich das Museum auf das nächste Projekt vor. Am Sonntag, 28. August, um 11.30 Uhr wird eine Ausstellung mit Gemälden und Grafiken von Hermann van Veen eröffnet. Titel: „Niemandes Herr – Niemandes Knecht“. Der als Liedermacher bekannt gewordene niederländische Künstler hat erst vor einigen Jahren als Sechzigjähriger mit dem Malen begonnen. Er gibt am 27. August ein Konzert im Schlosshof und wird daher bei der Eröffnung seiner Ausstellung anwesend sein.

„Koffer sind ein Synonym für Flucht“, sagt Dr. Dieter Alfter (li.) und weiß von Besuchern, bei denen der Anblick der symbolträchtigen Exponate schmerzliche Erinnerungen weckte. Gestern führte der Museumschef zum letzten Mal durch die Schau „Willkommen in Bad Pyrmont“.

Foto: Hei



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