weather-image
Zweijährige Umschulung erfolgreich absolviert

„Man muss selbst den Antrieb haben“

Detmold. Für den heute 24-jährigen Tim Schormann aus Bad Salzuflen-Holzhausen lief beruflich zunächst alles glatt: Mit dem Hauptschulabschluss in der Tasche begann er eine Ausbildung als Maler- und Lackierer, doch schon bald wurde er über Monate hinweg arbeitsunfähig. Zwar konnte der junge Mann seine Ausbildung schließlich noch abschließen, aber an einer Weiterbeschäftigung in dem Bereich war nicht mehr zu denken. Schormann: „Ich hatte mein Handgelenk mehrfach gebrochen, sodass ich unmöglich über Stunden hinweg schwer heben und tragen konnte, was im Malerhandwerk unabdingbar ist.“

veröffentlicht am 30.12.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 22:41 Uhr

270_008_7814460_wvh_0701_IMG_2032.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Schormann hegte den Wunsch, weiterhin mit Farben zu arbeiten, sodass Vermittler Johann Sticka von der Detmolder Arbeitsagentur zusammen mit dem jungen Mann folgenden Plan vereinbarte: Eine zweijährige Umschulung zum Fahrzeuglackierer, wobei die Umschulung in einem Betrieb stattfinden sollte, der die Verfahrensabläufe so organisiert, dass Schormann ausreichend Ruhephasen für sein Handgelenk erhält. Ist so ein kniffliges Spezialanliegen überhaupt umsetzbar? „Wenn ein Arbeitgeber dazu bereit ist, natürlich“, bekräftigt Servgi Argun, Vermittlerin im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Detmold. Argun, die zahlreiche Geschäftsführer und Personalentscheider lippischer Betriebe seit Jahren und Jahrzehnten kennt, weiß inzwischen genau, welche Arbeitgeber offen für Bewerber mit Sonderanliegen sind. In diesem konkreten Fall konnte sie für Schormann Kontakt herstellen zur Autolackiererei Viktor Rihl in Lage-Kachtenhausen. Nach einem Praktikum war Rihl klar: „Den jungen Mann will ich haben. Durch die Lehre wusste Tim, worauf er sich einlässt, was er kann, und wie er sich weiterentwickeln möchte.“

Vermittlerin Argun betont, dass die Detmolder Arbeitsagentur Praktika zur beruflichen Eingliederung bei Arbeitgebern fördern kann. „Wir empfehlen Arbeitgebern, sich hierzu bei uns beraten zu lassen.“ Auch die von der Arbeitsagentur finanzierte Umschulung hat Tim Schormann inzwischen gut abgeschlossen. Seit Sommer dieses Jahres ist der Holzhausener bei Rihl angestellt und hegt schon weitere Pläne. Schormann: „Im Hinterstübchen habe ich den Meister. Aber jetzt will ich erst einmal richtig im beruflichen Alltag ankommen, vom Lernen in der Umschulung runterkommen und beizeiten dann wieder weiterlernen zum Meister.“

Maler- und Lackierermeister organisieren die Arbeitsabläufe, leiten Fachkräfte an und sind für die betriebliche Ausbildung verantwortlich. Sie nehmen kaufmännische und verwaltende Aufgaben wahr, verhandeln mit Lieferanten, kalkulieren Angebote, erledigen den betriebsbezogenen Schriftverkehr und beraten Kunden. Vor allem in kleineren Betrieben arbeiten sie auch selbst praktisch mit. Sofern sie als Selbstständige einen Maler- und Lackierbetrieb leiten, entwickeln sie die betrieblichen Grundsätze und bestimmen Art und Umfang der Investitionen. Darüber hinaus entscheiden sie über die Personalauswahl und kontrollieren den wirtschaftlichen Erfolg.

V. li.: Arbeitgeber Viktor Rihl, Servgi Argun vom Arbeitgeber-Service, Umschüler Tim Schormann und Vermittler Johann Sticka.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt