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Mitglieder des Jugendparlaments finden beim ersten Treffen mit dem Seniorenbeirat klare Worte

„Man hat es als Jugendlicher hier nicht leicht“

In der Mensa des Schulzentrums trafen sich Mitglieder des Jugendparlaments zum ersten Gespräch mit Mitgliedern des Seniorenbeirates.

veröffentlicht am 01.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 19:41 Uhr

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Bad Pyrmont (gol). Kann oder muss Bad Pyrmont mehr für seine Jugendlichen tun als das bisher der Fall ist? Diese Frage dürfte den Seniorenbeirat der Stadt nach einem Gespräch mit Vertretern des Jugendparlaments (JuPa) beschäftigen, denn die jungen Leute hielten mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. „Wir fühlen uns hier nur geduldet“, fand die JuPa-Vorsitzende Wiebke Martensen deutliche Worte.

Auf Einladung des Jugendparlaments waren die Seniorenvertreter auf eine Tasse Kaffee in die Mensa des Schulzentrums gekommen. Es war die erste Begegnung dieser Art. In lockerer Atmosphäre sprachen die jungen und alten Pyrmonter unter anderem über die lokalen Fußballvereine, bekannte Persönlichkeiten aus der Kurstadt und das niedersächsische Schulsystem. Jeder der 15 Anwesenden war in ein Gespräch verwickelt und hatte sichtlich Spaß an dem ungewöhnlichen Treffen. Danach ging es ans Eingemachte. Der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Hans-Georg von Bodecker, gab als Zielsetzung vor, „nach Projekten zu suchen, die man gemeinsam mit dem Jugendparlament umsetzten könne“. Man überlegte eifrig und fand in einer reger Diskussion schließlich einen gemeinsamen Nenner. Der Vorschlag einer altersübergreifenden Schach- und Theater-AG stieß auf große Zustimmung. Den größten Beifall erntete jedoch die Idee „Alt hilft Jung – Jung hilft Alt“. Die ältere Generation könnte der Jugend Nachhilfe in Fächern wie Mathematik, Biologie oder Französisch geben. Umgekehrt könnten die Teenager den Senioren den Umgang mit dem PC näherbringen.

Das Jugendparlament nutzte das „tête à tête“ mit den Senioren auch, um Tacheles zu reden. „Man hat es als Jugendlicher in Bad Pyrmont nicht leicht, weil die Stadt einfach zu sehr auf die ältere Generation ausgerichtet ist. Man kann hier nirgendwo in Ruhe feiern. Denn sofort ruft irgendwer die Polizei“, schilderte die 19-jährige Pia Wagner ihre Erfahrungen mit der „Stadt der Älteren“, die jungen Leuten zu wenig Raum gebe. Und die Jupa-Vorsitzende Wiebke Martensen setzte noch einen drauf: „Wir fühlen uns hier nur geduldet und sehen uns nicht als wirklicher Teil Bad Pyrmonts.“

„Es muss sich in den Köpfen der Menschen dringend etwas ändern. Als Jugendlicher ist man nun mal laut und feiert auch mal länger. Aber das ist doch völlig normal,“ zeigte sich von Bodecker verständnisvoll. Auch andere Mitglieder des Seniorenbeirates versprachen, sich für ein besseres gegenseitiges Verständnis einzusetzen. Man müsse versuchen auf die Menschen einzuwirken, ihr Bewusstsein zu ändern und somit eine Basis für ein gutes Zusammenleben zu schaffen, lautete die übereinstimmende Meinung. „Ob Alte oder Junge, alle stehen in der Pflicht, aufeinander zuzugehen.“

Von Bodecker zeigte sich zufrieden mit den Gesprächen und bezeichnete sie als sehr fruchtbar. „Auf jeden Fall war es das für den Seniorenbeirat und ich hoffe, auch für das Jugendparlament.“

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