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Zentrale Anlaufstelle zur beruflichen Integration für Flüchtlinge in Lippe

Mammutaufgabe wird angepackt

Detmold. Die Agentur für Arbeit Detmold, das Jobcenter Lippe und die Netzwerk Lippe gGmbH haben jüngst den „Integration Point“ – kurz IP – als zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge im Kreis Lippe eröffnet. In den Räumen der Agentur für Arbeit Detmold in der Wittekindstraße 2 werden ab sofort rechtskreisübergreifend Hilfen für die berufliche Integration für Flüchtlinge mit Wohnsitz in Lippe angeboten.

veröffentlicht am 08.03.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:46 Uhr

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Landrat Dr. Axel Lehmann versteht den Integration Point als Ausdruck der guten Zusammenarbeit der Netzwerkpartner, die allen Flüchtlingen vor Ort zugutekommt. „Hier bieten wir Dienstleistung unter einem Dach an, unabhängig davon, ob die Kunden – je nach Status – in der Betreuung der Arbeitsagentur oder des Jobcenters sind“, so Agenturleiter Heinz Thiele und Jobcenter-Vorstand Henning Matthes.

Die Unterbringung, die schulische, berufliche und gesellschaftliche Integration von Flüchtlingen sind große Herausforderungen, der sich auch die Akteure am Arbeitsmarkt stellen müssen“, betont der Landrat. Dabei gelte es, die Zuwanderung als Chance zu verstehen. Den Flüchtlingen mit einer Bleiberechtsperspektive soll schnell und effektiv der Zugang zu Arbeit und Ausbildung geebnet werden.

Agenturleiter Thiele informiert, dass bereits vielfältige Aktivitäten angelaufen seien, um Perspektiven für Flüchtlinge zu entwickeln: etwa über Beratung, Potenzialanalysen und Basissprachkurse. „Hierzu haben wir uns mit allen Partnern gut abgestimmt, auch mit den Bürgermeistern in den einzelnen Gemeinden. Schon während des Asylverfahrens wollen wir aktiv mit den Flüchtlingen mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit arbeiten, um Zeit zu gewinnen für die Integrationsbemühungen.“ Kurzfristige Integrationserfolge werde es aufgrund der oftmals fehlenden Sprachkenntnisse aber nur in Ausnahmefällen geben. Ziel sei es, die Menschen sprachlich zu qualifizieren, um sie mittelfristig in Ausbildung oder Arbeit zu bringen. Thiele: „Auf lange Sicht wird dies ein Gewinn sein für den heimischen Arbeitsmarkt.“ Im Integration Point arbeiten sieben Mitarbeiter (davon vier aus der Arbeitsagentur und drei aus dem Jobcenter). Hinzu kommen sechs Integrationsfachkräfte der Netzwerk Lippe gGmBH, davon eine junge Beraterin syrischer Herkunft und drei Mitarbeiter im Rahmen des Bundesprogramms Integration durch Qualifizierung, die schwerpunktmäßig im Rahmen der Fachberatung zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse und der berufsfachlichen Kompetenzfeststellung tätig sind. Im sprachlichen Bereich hat das Netzwerk Lippe in den vergangenen Monaten für bisher 100 Flüchtlinge mehrmonatige Sprachkurse eingerichtet. Weitere sind geplant. Netzwerk-Geschäftsführer Thomas Jeckel meint: „Erst wenn die deutsche Sprache richtig sitzt, macht auch die Vermittlung in Ausbildung und Arbeit Sinn.“

„Sobald über den Asylantrag entschieden wurde, übernehmen wir im Jobcenter die Betreuung der Flüchtlinge. Hierbei kommt es auf eine gute Übergabe der Fälle an, denn wir möchten den von der Arbeitsagentur eingeschlagenen Weg aufgreifen und fortsetzen. Deshalb ist es so wichtig, direkt – Büro an Büro – zusammenzuarbeiten und so einen unmittelbaren Austausch oder auch gemeinsame Beratungen von Betroffenen möglich zu machen“, informiert Jobcenter-Vorstand Matthes.

Die im Integration Point eingesetzten Kolleginnen und Kollegen sprechen neben Deutsch auch Englisch, Französisch, Türkisch oder Russisch, zum Teil auf Muttersprachniveau, so dass die Erstgespräche sprachlich auch gut durchgeführt werden können. Bei Bedarf lassen sich im Einzelfall auch Dolmetscher hinzuziehen.

Auch die IHK Lippe bringt sich in das Netzwerk mit ein. „Wir haben zahlreiche Angebote unserer Unternehmen vorliegen, die unterschiedlichste Qualifizierungen für Flüchtlinge anbieten. Um eine möglichst passgenaue Vermittlung zu ermöglichen, wird einer unserer Ausbildungsberater zeitweise im Integration-Point mitarbeiten“, erläutert IHK-Geschäftsführer Michael Wennemann.

Die Partner vom Integration Point sind sich einig: „Die Integration von Flüchtlingen ist eine Mammutaufgabe – aber eine machbare Aufgabe, zumal alle Institutionen im Kreis ein gemeinsames Ziel haben, Menschen aus den verschiedensten Ländern und Kulturkreisen eine neue Heimat mit Arbeits- oder Ausbildungsmöglichkeit in Lippe zu gewähren. Mit der Kooperationsvereinbarung zur Einführung eines Integration Points haben wir eine wichtige Grundlage geschaffen. Wir werden intensiv mit den Flüchtlingen arbeiten müssen, denn nicht alle bringen direkt verwertbare berufliche Kenntnisse mit“, so Matthes.



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