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„Cocktail für eine Leiche“ im Kurtheater

Makabre Party

BAD PYRMONT. Das liner Kriminal Theater“ hat im Pyrmonter Kurtheater mit dem Klassiker „Cocktail für eine Leiche“ eine gelungene makabre Party gefeiert.

veröffentlicht am 26.02.2017 um 13:07 Uhr

Party mit Leiche in der Truhe: Thomas Gumpert, Klasu Rätsch, Codrin Serbanescu und Sandra Steinbach (v.li) servierten einen gelungenen Krimi. oto: Hei
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Karin Heininger Reporterin
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Rot ist die Farbe des Abends auf der Bühne des Kurtheaters. Charakterisiert sie das Teufelswerk, das da zwei Studenten treiben, oder symbolisiert sie das Blut des strangulierten Opfers, dessen Leiche genau in jener Truhe liegt, auf der das Buffet für eine Party lecker angerichtet ist? Auf jeden Fall war es eine originelle Idee des Ausstatters Manfred Bitterlich vom „Berliner Kriminal Theater“, alle Darsteller des Stücks „Cocktail für eine Leiche“ passend zum Genre in signalrote Kostüme zu stecken.

Im Hintergrund zeigt sich der Londoner Abendhimmel mit der Silhouette von Big Ben, im Vordergrund spielt sich die makabre Party ab, zu der Brandon und Philip eingeladen haben, kurz nachdem sie ihren Freund David mit einem Strick ins Jenseits beförderten. Ein (scheinbar) perfekter Mord ohne Motiv – für Brandons Selbstverständnis ein „Kunstwerk“, für den ihm ergebenen Philip der wahre Horror. Am Ende der Party wird von allen Gästen nur ihr weiser Professor Rupert Cadell die Wahrheit herausfinden.

Dieser Lehrer und sein Darsteller Thomas Gumpert werden zum eigentlichen Mittelpunkt der gut besuchten Aufführung. Absolut überzeugend, brillant gespielt in seiner klugen Lebens-Analyse gibt Gumpert dieser Figur markante Züge. Und lässt das Publikum zeitweise mäuschenstill werden, etwa als er sagt: „Wenn ein Einzelner einen Menschen tötet, nennt man es Mord, wenn eine ganze Nation eine andere abschlachtet, heroisiert man es als Krieg“.

„Cocktail für eine Leiche“ ist ein gut gebautes Stück, im ersten Teil mit einigen Längen in den Dialogen, dann aber von zunehmender Spannung. Und das Ensemble des Kriminal-Theaters hat sich mit großer Akribie dieses auch als Film bekannt gewordenen Stückes angenommen. Regisseur Wolfgang Rumpf setzt nicht nur auf vordergründige Grusel-Effekte, sondern macht die psychologischen Hintergründe dieses Mordes deutlich. Gunnar Haberland (Brandon) und Alexander Altomirianos (Philip) sind das so unterschiedliche schwule Pärchen: zynisch der eine, ein Nervenbündel der andere.

Mit nobler Ausstrahlung: Klaus Rätsch als Davids Vater, von kühler Eleganz Sandra Steinbach als Verlobte. Katrin Martin agiert als eifrige Haushälterin, Gundula Piepenbring als flippige Mrs. Edwater und Codrin Serbanescu als gut gelaunter Partygast.

Ein gelungener Abend, der zeigte: Diese Truppe aus Berlin kann Krimi!



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