weather-image
10°

Sozialdemokraten fordern den Rücktritt des Landesverbandsvorstehers – und kritisieren die CDU

Lippes SPD nimmt Kasper in die Mangel

Kreis Lippe (fd). Die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion zeigen sich entsetzt über die Vorgänge um den Landesverbandsvorsteher Andreas Kasper (CDU). Sie fordern ihn eigenen Angaben zufolge auf, selbst „die Konsequenzen seines gesetzwidrigen Verhaltens zu ziehen und zurückzutreten“. Gleichzeitig werfen sie der lippischen Union Doppelmoral vor.

veröffentlicht am 02.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 23:21 Uhr

270_008_4241965_pn401_0302.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die SPD-Abgeordneten in der Landesverbandsversammlung hätten Andreas Kasper aufgrund der Stimmigkeit seines Lebenslaufes ins Amt gewählt. Diese Wahl sollte ein Neuanfang für den Landesverband Lippe sein. Sie hätten sich für den „vermeintlich promovierten Juristen“ Andreas Kasper entschieden, der scheinbar zu Recht den Namenszusatz Doktor führte. „Unter diesen nun erwiesenermaßen falschen Voraussetzungen trat Kasper das Amt des Landesverbandsvorstehers an“, sagte Dr. Axel Lehmann für die SPD gestern laut einer Pressemitteilung. Dadurch sei ohne Zweifel das vertrauensvolle Verhältnis der SPD-Fraktion zu Kasper zerstört worden, fasst Kreisfraktionschef Kurt Kalkreuter die Fakten zusammen.

„Herr Kasper sieht seine Promotion offenbar selbst als gescheitert an. Sonst würde er auf sein Recht, den Doktortitel juristisch einzufordern, nicht verzichten, zumal seine Berater ihn zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung geraten haben“, sagte Kalkreuter. „Das Argument, dass die verunglückte Promotion vor der Wahl zum Vorsteher des Landesverbandes gelegen und deshalb keine Relevanz habe, ist wohl mehr als blauäugig. Die scheinbare Promotion war Teil der Gesamtpräsentation des Kandidaten Kasper.“

Wer die Öffentlichkeit in einer solchen Weise über seine wissenschaftlichen Verdienste täusche, dürfe keine öffentlichen Ämter mehr bekleiden, sagte Kalkreuter – weder als Verbandsvorsteher, noch als Kreistagsabgeordneter oder als Mitglied der Landschaftsversammlung in Münster. „Das gilt umso mehr, als Kasper zu einer Belastung für den Landesverband geworden ist. Der erwünschte Neuanfang für den Landesverband wird durch diese Straftat unmöglich gemacht. Er muss auch im Interesse des Verbandes auf seine Ämter verzichten und freiwillig zurücktreten.“

2 Bilder

Überhaupt kein Verständnis hat die SPD-Kreistagsfraktion laut Dr. Lehmann für das Vorgehen der CDU. Nach den Verfehlungen von Kaspers Amtsvorgänger habe die Union lautstark dessen Abwahl gefordert. Auch die SPD habe dieser Abwahl zugestimmt, weil ein Verbandsvorsteher mit Strafbefehl nicht im Amt bleiben könne. Außerdem habe Bünemann seine Mandate im Kreistag und im Westfalenparlament freiwillig niedergelegt. „Jetzt ist das Parteibuch ein anderes, der Strafbefehl bei Herrn Kasper ist noch höher ausgefallen als bei Herrn Bünemann. Aber die CDU sieht keinen Grund zu Abwahl. Das ist parteitaktische Doppelmoral.“

Die Universität Göttingen hatte Landesverbandsvorsteher Andreas Kasper den Doktortitel aberkannt. Der Rat der juristischen Fakultät hatte Kasper den Doktorgrad entzogen, weil er in der Dissertation aus dem Jahr 2004 erheblich gegen die Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis verstoßen hatte, wie es hieß. Der Vorwurf lautete, dass Kasper geistiges Eigentum Dritter ohne Angabe des Autors verwertet hatte.

Nehmen den amtierenden Landesverbandsvorsteher Andreas Kasper (CDU, Mitte) ins Visier: SPD-Kreisfraktionschef Kurt Kalkreuter (links) und Dr. Axel Lehmann (beide SPD).Fotos: Archiv/Landesverband



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt