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„Casanova Society Orchestra“ mit „Swing, Glöckchen“ im vollbesetzten Konzerthaus

Leichte Muse aus Berlin

BAD PYRMONT. Man fühlte sich zurückversetzt ins mondäne Berliner Hotel Ritz, als das „Casanova Society Orchestra“ aus der Hauptstadt am Dienstagnachmittag gleich schmissig mit „Madonna“ ins Programm einstieg. Und auch das populäre „Puttin’ on the Ritz“ sorgte im vollbesetzten Konzerthaus sogleich für die Atmosphäre der Jahre zwischen 1910 und 1940, wobei das Augenmerk eher auf den „Goldenen Zwanzigern“ lag.

veröffentlicht am 27.12.2017 um 18:18 Uhr

Das Casanova Society Orchestra versetzte die Besucher musikalisch in die Jahre zwischen 1910 und 1940. foto: ar
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Conferencier Andreas Holzmann moderierte mit knapper gezirkelter Gestik und Mimik und konnte eine gelegentliche Stimmverwandtschaft und musikalische Nähe zu Max Raabe und dessen Salonorchester nicht verhehlen. Kein Wunder, hatte jener doch das „Casanova Society Orchestra“ für einige Stücke wie etwa das verswingte „Leise rieselt der Schnee“ oder „Mein kleiner grüner Kaktus“ mit den entsprechenden Noten versorgt.

Vor drei Jahren hatte das Ensemble mit seinem noch heute gültigen Programm „Swing, Glöckchen“ bereits einen Auftritt in Bad Pyrmont hingelegt, doch sowohl die Musik als auch die Moderation und der gesamte Ablauf hatten sich nicht geändert. Es war der original gleiche Inhalt, der sich, wie damals an dem roten Faden entlang orientierte, den Violinistin Eva gleich zu Beginn spann. Sie werde während des Konzerts herausfinden, wer sie am Abend in ihr Doppelzimmer im Hotel Ritz begleiten dürfe. Natürlich löste das unter den fünf Herren des Orchesters eine Konkurrenzsituation aus, die jeder auf seine Weise zu seinen Gunsten zu lösen versuchte.

Das muntere Geplänkel amüsierte das Publikum sehr, zumal alle Musikerinnen und Musiker hervorragende Solisten sind. Die Instrumentierung mit Piano, Kontrabass, Schlagzeug, Trompete und Saxophon sowie Violine, gelegentlich ergänzt durch Andreas Holzmann mit 2. Violine, erzeugte genau das Flair jener brodelnden Zeit, in der das „Ritz“ oder das „Adlon“ Schauplätze von exaltierten Konzerten mit eleganten Damen in Glitzerkleidern und Bubikopf und Herren in Frack und mit Menjou-Bärtchen war.

Alle Musikerinnen und Musiker sind hervorragende Solisten. foto: ar
  • Alle Musikerinnen und Musiker sind hervorragende Solisten. foto: ar

Der Wettbewerb um den abendlichen Einzug ins Doppelzimmer gipfelte schließlich in einem Wettsingen der Musiker, das jedoch keiner für sich entscheiden konnte. Denn die Wahl der Violinistin fiel schließlich, olàlà, auf Saxophonistin Ina. Langsamer Walzer, Shimmy, Charleston und Rumba wechselten unterhaltsam, und Stücke wie „Benjamin, ich hab’ nichts anzuzieh’n“, „Winter Wonderland“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“ aus dem Film „Die Drei von der Tankstelle“ kannte fast jeder.

Derart eingestimmt war das Publikum sogar bereit, der Aufforderung von Andreas Holzmann Folge zu leisten, zwischen den Sitzreihen einen Charleston zu versuchen. Zahlreiche swingende Weihnachtslieder nahmen die Zuhörer mit in eine sanfte nachweihnachtliche Stimmung, so dass alle mit dem Gefühl nach Hause gehen konnten, einen beschwingten Nachmittag der leichten Muse genossen zu haben.

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