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Zwischenbilanz: Für das Pyrmonter Pop-up-Konzept gibt es deutlich mehr Anfragen als Angebote

Leerstände auf einen Schlag beendet?

BAD PYRMONT. Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Gelingt es BPT-Chef Karsten Stahlhut gemeinsam mit der Stadt, der Werbegemeinschaft und einer Reihe von Immobilieneigentümern beziehungsweise -verwaltern alle Ladenleerstände in Bad Pyrmont mit sogenannten Pop-up-Stores auf einen Schlag zu beenden?

veröffentlicht am 25.01.2019 um 11:09 Uhr
aktualisiert am 25.01.2019 um 16:10 Uhr

Mit Plakaten wie hier in der Brunnenstraße wirbt die Bad Pyrmont Tourismus seit einigen Wochen für das Konzept der Pop-up-Stores. Doch das Angebot ist nicht nur auf die Fußgängerzone beschränkt. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Das Konzept könnte ein Volltreffer sein, denn die Nachfrage übersteigt das Angebot“, teilte der Tourismusmanager jetzt mit. Anfang Dezember hatte die Bad Pyrmont Tourismus GmbH (BPT) gemeinsam mit der Werbegemeinschaft und der Stadt unter dem Motto „Pop Pyrmont Up“ ihr Konzept vorgestellt (wir berichteten). Und seitdem haben BPT-Geschäftsführer Stahlhut und seine Mitarbeiterin Annika Schmitmeier nach eigenem Bekunden alle Hände voll zu tun. „Seit Beginn der Vermarktung haben wir sage und schreibe 19 Anfragen erhalten, dies ist um ein Vielfaches mehr, als wir uns erhofft hatten“ stellt der BPT-Chef fest. „Aktuell sieht es so aus, als kämen wir in die Luxussituation, nicht mal alle Anfragen bedienen zu können, was uns operativ vor gewisse Herausforderungen stellt, denn jedes bisher eingereichte Konzept wäre ein Gewinn für Bad Pyrmont.“ Das Angebot der Interessenten reiche von Mode über selbsthergestellte Naturkosmetik bis hin zu Getränkespezialitäten. Auch ein namhafter Filialist sei dabei. Die meisten Anfragen kommen laut Stahlhut aus dem näheren Umkreis von Bad Pyrmont.

Grundsätzlich sind Pop-up-Stores zeitlich begrenzte Läden, die oft unangekündigt an ungewöhnlichen Orten „aufpoppen“ (pop up) und nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Die Pyrmonter Initiatoren hoffen dagegen auf einen längeren Bestand und setzen dabei auf die Erfahrungen in Warburg. Die Heimatstadt von Bürgermeister Klaus Blome hat diesbezüglich so ein Konzept erfolgreich umgesetzt. „Gut die Hälfte der Interessenten hat angegeben, ihren Laden langfristig betreiben zu wollen“, so Stahlhut.

Auch Helmut Fahle, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, zeigt sich angetan von der „unglaublich positiven“ Resonanz. „Sollte es uns am Ende mit einem Wurf gelingen, den kompletten Leerstand – womöglich noch vor Saisonbeginn – zu beheben, wäre das einfach ein fantastisches Ergebnis, mit dem wohl niemand gerechnet hätte“, zieht er eine Zwischenbilanz. Auch nach seiner Einschätzung sind die Anfragen durchaus interessant.

Doch da die Nachfrage das Angebot übersteigt, werden weitere Läden benötigt. Bislang stehen neun Läden und eine Restaurantimmobilie zur Verfügung. Gemeinsam mit Bürgermeister Blome rufen Stahlhut und Fahle deshalb Immobilienverwalter und Eigentümer auf, sich der Initiative anzuschließen, denn schließlich sei das Konzept eine Win-win-Situation für alle Seiten. Dabei dürften auch gerne B oder C-Lagen angeboten werden, da einige Konzepte nicht unbedingt an eine hohe Frequenz gebunden seien. „Auch die Schillerstrasse oder andere Quartiere kämen grundsätzlich in Frage, das müsste im Einzelfall geprüft werden“, erklärt Annika Schmitmeier. „Ziel ist es nach wie vor, die ersten Pop Ups zur bevorstehenden Saison zu eröffnen. Dieses von vorneherein ambitionierte Ziel scheint Realität werden zu können und würde Bad Pyrmont wahrlich guttun“, betont Bürgermeister Blome.


Wer sich für das Konzept interessiert, der kann sich bei der Bad Pyrmont Tourismus GmbH – Karsten Stahlhut oder Annika Schmitmeier – am Europaplatz 1 in 31812 Bad Pyrmont melden oder unter der Telefonnummer 05281/940520 anrufen.

Mein Standpunkt
Hans-Ulrich Kilian
Von Hans-Ulrich Kilian

Es hat sie natürlich sofort gegeben, die Zweifler, die Kritiker, die Unkenrufer, die sich fragten, was denn das solle „dieser Unsinn“ mit den Pop-up-Stores. Zwar ist noch nichts in trockenen Tüchern (die Termine der Interessenten mit den Verpächtern steht noch aus) und die Frage der Nachhaltigkeit solcher Läden offen, doch schon jetzt ist klar, dass der Versuch es wert ist, auf diese Weise etwas gegen Leerstände zu tun. Zumal niemandem bislang ein besseres Mittel eingefallen ist. Und für Touristiker Stahlhut wäre ein Erfolg als Stadtmanager auch eine persönliche Genugtuung.



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