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Podiumsdiskussion mit Walter Kern

Landärzte mit dem Klebeeffekt gewinnen

LIPPE/DÖRENTRUPP/LÜGDE. „In Lippe darf die Gesundheitsversorgung keine Frage des Wohnorts sein“, sagt CDU-Landtagsabgeordneter Walter Kern. Er sieht Handlungsbedarf, um Landärzte für Lippe zu gewinnen, und hatte Experten aus Medizin und Wirtschaft zur Diskussion des Themas nach Dörentrup eingeladen.

veröffentlicht am 19.04.2017 um 16:59 Uhr

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LIPPE/DÖRENTRUPP/LÜGDE. Auf dem Podium saßen der Herzchirurg Prof. Dr. Reiner Körfer, der Lügder Landarzt Dr. Bertel Berendes und Phoenix Contact-Geschäftsführer Prof. Dr. Gunter Olesch. Unter der Moderation Kerstin Vieregge (CDU) entwickelten sie ihre Ideen zur medizinischen Versorgung.

„Wir brauchen eine konzertierte Image-Aktion für unsere Region und wir brauchen endlich eine medizinische Fakultät OWL, damit junge Ärzte sich hier niederlassen“, lautete einer Mitteilung der Veranstalter zufolge das gemeinsame Fazit, dem sich auch das Publikum im übervoll besetzten Bürgerhaus mit viel Beifall angeschlossen habe. Während die rot-grüne Landesregierung die medizinische Fakultät als „zu teuer“ verworfen habe, sei sie im CDU-Wahlprogramm für NRW ausdrücklich verankert, sagte Walter Kern.

Die Expertenrunde hob besonders den mit der Fakultät erwarteten „Klebeeffekt“ auf die Absolventen hervor. Phoenix Contact habe dazu bereits „parallele Erfahrungen“, berichtete Prof. Olesch: „Viele unserer Ingenieure haben an der hiesigen Hochschule studiert und sind dann bei uns geblieben.“ Allerdings gelte es auch, die Region zu vermarkten: „Die Fachkräfte sind wie Profi-Fußballer: Sie wollen nicht in der zweiten Liga spielen, sie wollen zum FC Bayern München.“

Dass sich Lippe und OWL als Gesundheitsregion nicht verstecken müssen, betonte der vor Jahren aus Düsseldorf nach Bad Oeynhausen gewechselte Körfer. „Wir haben sehr gute Kliniken hier, die zum Glück auch in kommunaler Hand sind.“ Grundsätzlichen Änderungsbedarf sieht er bei der Studienzulassung über den Numerus Clausus. „Gute Schulnoten sagen nichts über die medizinische Qualifikation. Hier wären zum Beispiel Auswahlverfahren hilfreicher“, fand er und brachte damit auch die Anforderungen an die Landärzte in die Debatte ein: „Die Menschen sind nicht nur von acht bis 16 Uhr krank. Wenn ein Arzt nicht bereit ist, am Wochenende zu arbeiten, hat er seinen Beruf verfehlt“, beschrieb Körfer die Arbeitseinstellung, die auch Dr. Berendes teilt. Der Lügder Landarzt organisiert seine Arbeit bekanntlich mit Unterstützung einer NäPa (Nichtärztliche Praxisassistentin). „Ohne geht es nicht“, sagt er. Als Handicap für neue Landärzte sieht er die Unterschiede in der Bezahlung: Für einen Hausbesuch erhalte er rund 10 Euro weniger als sein niedersächsischer Kollege im benachbarten Bad Pyrmont. „Hier muss sich etwas ändern“, lautete die Kritik in Richtung Kassenärztliche Vereinigung. red

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