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Kunstwerk Dürers neu im Weserrenaissance-Museum

Kupferstich birgt Geheimnis

LEMGO. Die Kulturinitiative „Frauen für Lemgo“ stellt dem Weserrenaissance-Museum Schloss Brake den Kupferstich „Drei bewaffnete Bauern“ von Albrecht Dürer als Dauerleihgabe zur Verfügung. Als kleines Format mit großer Wirkung – so könnte man den bemerkenswerten Kupferstich mit wenigen Worten beschreiben.

veröffentlicht am 21.11.2017 um 15:45 Uhr
aktualisiert am 21.11.2017 um 16:40 Uhr

„Drei bewaffnete Bauern“, Kupferstich von Albrecht Dürer. Raum für Spekulationen bietet der mittlere Bauer. Er ist nämlich gar kein Bauer, weil er einen Turban auf dem Kopf trägt. Foto: Weserrenaissance-Museum
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Er stammt von keinem Geringeren als Albrecht Dürer, einem der herausragendsten Maler und Grafiker der Renaissance. Anlässlich der aktuellen Sonderausstellung „Mach’s Maul auf – Reformation im Weserraum“ hat die Kulturinitiative „Frauen für Lemgo“ dieses Original dem Weserrenaissance-Museum Schloss Brake als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Der fein gearbeitete Kupferstich ist rund 520 Jahre alt und zeigt drei bewaffnete Bauern im Gespräch. Auf den ersten Blick eine banale Szene, doch wer genauer hinsieht, dürfte über die ein oder andere Besonderheit stolpern. So trägt einer der Bauern beispielsweise ein Schwert, ein anderer hat ein Messer in der Tasche und Sporen an den Schuhen. All diese Attribute waren damals den höheren Ständen vorbehalten. „Dieser Kupferstich wird häufig als Vorahnung der Aufstände gedeutet“, weiß Museumsdirektorin Dr. Vera Lüpkes. Fakt ist, dass sich die Bauern im Jahr 1525 tatsächlich zusammenrotteten, um ihre Unterdrückung zu beenden. Die Waffen deuten ihren Kampfeswillen an. Nur kurze Zeit später brach der Bauernkrieg aus.

Raum für Spekulationen bietet auch der dritte abgebildete Bauer. Er ist nämlich gar kein Bauer, da er einen Turban auf dem Kopf trägt. Man spekuliert, ob er zu einer Vorhut des anrückenden osmanischen Heeres gehört und sich mit den höchst unzufriedenen Bauern verschwört. Da sich Dürer angeblich nie zu dem Kupferstich geäußert hat, ist und bleibt er in vielerlei Hinsicht geheimnisvoll.

„Es ist großartig, einen original Dürer im Haus zu haben. Wir freuen uns sehr über das ehrenamtliche Engagement und die damit verbundene, großartige Unterstützung der Frauen für Lemgo“, betont Dr. Vera Lüpkes. Laut der Museumsdirektorin passe der Kupferstich perfekt zur aktuellen Sonderausstellung, weil Luther und die Reformation die Sozialordnung des Mittelalters veränderten. Die Herrschaft der römischen Kirche hatte ein Ende. Unter dem Eindruck der Reformation stellten die Bauern somit auch die weltliche Ordnung in Frage.

Die Ausstellung „Mach’s Maul auf – Reformation im Weserraum“ inklusive des Kupferstiches von Albrecht Dürer ist noch bis zum 7. Januar zu sehen, und zwar dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

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