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Gelebte Integration in Eichenborn

Kunterbunt gefeiert

EICHENBORN. „Das Schicksal der Welt entscheidet sich in den Kinderzimmern.“ Mit diesem Satz der Schriftstellerin Astrid Lindgren brachte es Michael Hubert vom „Kunterbunt“-Leitungsteam auf den Punkt: Die Kinder sind in dieser Einrichtung in Eichenborn das Wichtigste! Und das zeigte sich bei der Jubiläumsfeier.

veröffentlicht am 03.09.2018 um 18:06 Uhr

Die Kinder tanzen auf der Bühne – die Zuschauer sind begeistert. Foto: pr/Kunterbunt Die Kinder tanzen auf der Bühne – die Zuschauer sind begeistert. Foto: pr/ Kunterbunt
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Klaus Titze Reporter
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So reduzierten sich die Reden des Landtagsabgeordneten Ulrich Watermann und des Landrats Tjark Bartels auf ein Minimum, um den mit Hochspannung bereits schon zappelig wartenden Akteuren endlich ihre Arena zu geben. Es folgten begeisternde Auftritte und vielerlei Spielereien. Ein Höhepunkt dabei waren die bühnenreifen Tanzdarbietungen dreier Gruppen der Einrichtung. Sie ließen ihrem Bewegungsdrang zu rockiger Musik freien Lauf. „Die hatten immer wieder vor dem Haus auf der Straße geübt“, schmunzelt Anna Watermann, die ebenfalls dem Leitungsteam angehöt. „Jedes Mal, wenn ich kam, hopsten die schon herum und übten Schrittfolgen und Bewegungen ein.“ Mit viel Gejohle und kräftigem Applaus feierten zahlreiche Gäste die Auftritte der jungen Leute, denen man ihre Lebensfreude ebenfalls anmerkte.

Zuvor hatte Unmada mit Kinderliedern die versammelte Schar zum lauten Mitsingen animiert. Hinter dem Pseudonym versteckt sich der Name von Manfred Kindel, der als Komponist, Autor Sänger und Kinderchorleiter Bekanntheitsgrad erworben hat. Bei herrlichem Sonnenschein war es ihm ein Leichtes, vor allem seine junge Zuhörerschar zum Einstimmen zu bewegen.

Doch es gab nicht nur Musik: Das große Gelände bot eine Unmenge an Spielmöglichkeiten. So warteten ein riesiger Sandberg, ein Kletterberg mit Rutsche und Röhrentunnel, eine Schminkbude, Stelzen und vieles andere mehr. Auf einer Hüpfburg wurde herumgesprungen, in einer Bastelaktion gelang der Bau von Schiffchen, in Kästen konnte man Murmeln herumkullern lassen. Diese waren zuvor durch Farben gerollt und zeichneten nun lustige XXL-Murmelbilder. Quer durch den Garten bauten zahlreiche Kinderhände eine Riesen-Murmelbahn, auf der dann „Flummis“ über das Gelände sausten.

Murmelbilder und
Sportrucksäcke versteigert

Ebenso zelebrierten die Jüngsten eine Versteigerungsaktion, in der die zuvor geschaffenen XXL-Murmelbilder und eigenhändig genähte Sportrucksäcke reißende Abnahme fanden. Ein großes Kuchenbüfett mit rund 40 gespendeten Kuchen harrte nur kurze Zeit den Leckermäulern und sah schon bald reichlich geplündert aus.

Lacher und Beifall erntete Ortsvorsteher Wolfgang Mergel, der den Gästen mit einer Anekdote verdeutlichte, wie integriert sich die Kinder dieser Einrichtung dem Dorfleben zuwenden und daran teilnehmen. So sei ein Termin angesetzt gewesen, um gemeinsam Unrat im Dorf aufzusammeln. Doch es habe wie aus Eimern geschüttet. Nur, um nicht zu kneifen, hätten sich drei Wackere am Sammelpunkt eingefunden – in der klaren Erwartung: Da kommt ohnehin keiner und man könne gleich wieder nach Hause ins Trockene gehen. Doch dann seine eine Gruppe der Einrichtung aus 15 fröhlichen Kindern und 6 Begleitern in Regenkleidung auf sie zugekommen und hätten gesungen: „Wir machen das Dorf sauber!“

Dass das „Kunterbunt“ – eine Einrichtung der Jugendhilfe für junge Menschen mit Verhaltens- und Beziehungsstörungen, Behinderungen oder familiären Problemen – in die Gemeinschaft Eichenborn gehört, dort verwurzelt ist, bewiesen die zahlreichen Gäste „mit den Füßen“. Teilweise wurde in Dreierreihen am Eiswagen oder an den Essen- und Getränkeausgaben angestanden. Es gab ein unablässiges Kommen und Gehen.

Zum Abend hin lockte die Bad Pyrmonter Band Titty Twister mit Julian Niemeyer (Gesang, Gitarre), Cristian Gimenez (Gesang, Gitarre), Rolf Rombach (Bass) und Michael Eichmann (Drums) mit ihren Rocksongs noch ein spezielles Publikum an. Bevor sich die Nacht auf das still werdende Gelände legte, erklang ihr „After Dark“ von Tito & Tarantula.



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