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Beirat für Kulturarbeit hört auf

Kulturschaffende sollen selber ran

BAD PYRMONT. Der im 2015 gegründete Beirat für städtische Kulturarbeit hat seine vorzeitige Auflösung beschlossen. „Das hatte keinen Sinn mehr, die Arbeit war ineffektiv geworden“, begründete Klaus-Henning Demuth, einer der Initiatoren, diesen Schritt. Der Beirat war für eine Dauer von fünf Jahren gebildet worden.

veröffentlicht am 01.02.2018 um 15:03 Uhr
aktualisiert am 01.02.2018 um 20:50 Uhr

Mitglieder der Künstlergruppe „Brückenschlag“, die in den vergangenen Jahren immer wieder Ausstellungen organisiert haben, gehören zu den Kulturschaffenden, denen der Kulturbeirat eigentlich eine Stimme geben wollte. Doch speziell in den Reihen des B
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Das Gremium war vor drei Jahren mit einem großen Anspruch gestartet. Der Beirat sollte die städtische Kulturarbeit in Bad Pyrmont in den nächsten fünf Jahren neu ausrichten und ein „Kulturkonzept 2020“ erarbeiten. Diesen Anspruch hatte Demuth, Vorsitzender des Museumsvereins, damals gemeinsam mit dem mittlerweile verstorbenen Vorsitzenden des Kulturausschusses, Wilfried Seibel, formuliert. Im Blick hatte Seibel dabei vor allem die damals anstehende Einstellung einer neuen Museumsleiterin, die auch für die städtische Kulturarbeit verantwortlich sein sollte. Auch die Mitarbeit im Beirat wurde festgeschrieben, dem neben der heutigen Museumsleiterin Vertreter der Ratsfraktionen, des Staatsbades, der Bad Pyrmont Tourismus und der Bürgermeister angehören.

„Seit der Gründung im Jahr 2013 hat sich die Zusammensetzung aber immer wieder geändert, es wurde zunehmend mühseliger, immer wieder neu zu erklären, um was es ging“, beschreibt Demuth die Entwicklung. „Es kam einfach nichts mehr dabei heraus“, nannte er auf Nachfrage den wesentlichen Grund, warum sich die Runde nun zur Auflösung entschlossen habe.

Da der Beirat vom Rat der Stadt Bad Pyrmont gebildet worden ist, muss der nun auch über die Auflösung entscheiden. Eine Vorberatung gibt es kommenden Dienstag im Kultur- und Sportausschuss. „In der Vergangenheit wurde immer wieder festgestellt, dass in der vorhandenen Zusammensetzung die Kulturschaffenden selber nicht vertreten sind und daher ein zielgerichtetes Arbeiten zum Wohle der Kultur in Bad Pyrmont schwer möglich ist“, heißt es in der entsprechenden von Bürgermeister Klaus Blome gezeichneten Beschlussvorlage, mit der Vorschlag zur Auflösung begründet wird. Und noch etwas ist dort zu lesen: „ Für die Umsetzung konkreter Planungen sind neben dem politischen Willen auch finanzielle Mittel notwendig, die in der aktuellen Haushaltslage jedoch nicht vorhanden sind.“ Auch das spiele eine Rolle, so Demuth.

„Es kam einfach nichts mehr dabei heraus.“ Klaus-Henning Demuth, Beirat für Kulturarbeit
  • „Es kam einfach nichts mehr dabei heraus.“ Klaus-Henning Demuth, Beirat für Kulturarbeit

Kulturschaffende selber sind im Beirat nicht vertreten? „Ich wusste nicht einmal, dass es so einen Beirat gibt, eine Einladung zu einem Treffen habe ich jedenfalls nie erhalten“, sagte Jörg Schade, Chef der Pyrmonter Theater Companie, auf Anfrage, und auch Klaus Egner von der Künstlergruppe „Brückenschlag“ konnte damit nichts anfangen. Mit Arndt Jubal Mehring, Vorsitzender der Pyrmonter Musikbadstiftung, konnte gestern ein Kulturschaffender gefunden werden, der bereits mit dem Gremium zu tun hatte. „Ich bin eingeladen worden, das Projekt der Wasser-Musik-Wochen vorzustellen“, sagte er.

Der Beirat tagte – seit 2015 war dies laut Stadt 15-mal der Fall – grundsätzlich nichtöffentlich. Kulturschaffende waren also auf eine Einladung durch die Stadtverwaltung angewiesen. „Wir hatten Ende 2016 alle Kulturschaffenden eingeladen, aber kaum jemand ist dieser Einladung gefolgt“, versicherte Demuth.

Wie geht es weiter? Jetzt sollen die Kulturschaffenden selber ran, wenn die denn wollen. „Wir haben vorgeschlagen, dass die Stadtverwaltung die Kulturschaffenden in Bad Pyrmont einlädt, um die Bereitschaft zu erkunden, einen neuen Beirat zu gründen, der aus Kulturschaffenden besteht“, so Demuth.

„Ich wäre bereit, mitzumachen, aber dabei müssten konkrete Ergebnisse herauskommen und nicht nur Ideen. Aber ohne Geld ist das natürlich schlecht“, meinte Schade. Mehring äußerte sich ähnlich. „Ohne finanzielle Mittel macht so ein städtischer Beirat keinen Sinn.“ Außerdem sei es sehr schwer, zwischen Profis und Amateuren unterscheiden. „Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.“



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