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TenHagen-Quartett beendet arche-kammermusik

Krönender Abschluss

BAD PYRMONT. Mit dem 30. Premiumkonzert ist die beliebte Reihe der arche-kammermusik für diese Saison zu Ende – und wie im letzten Jahr setzte das renommierte TenHagen-Quartett den Schlusspunkt.

veröffentlicht am 21.11.2017 um 13:11 Uhr
aktualisiert am 21.11.2017 um 14:10 Uhr

Das TenHagen-Quartett gefällt im Konzerthaus. Foto: rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Die vier jungen Geschwister aus dem nordrhein-westfälischen Steinfurt besitzen sowohl als Solisten als auch als Ensemble in der internationalen Kammermusikszene einen hervorragenden Ruf, und dem wurden sie am Sonntagnachmittag im kleinen Saal des Konzerthauses absolut gerecht.

Ihr Programm „Später Beethoven IV“ enthielt im ersten Teil zwei Beethoven-Werke, die ein Höchstmaß an Präzision und eine intime Kenntnis der gegenseitigen Befindlichkeiten erforderte. Nur so erklärt sich, dass das „Streichquartett f-Moll op. 95 ‚Serioso‘“ in einer derartigen Homogenität und genialen Modulation erklingen konnte, nur so ließ sich eine derartige Bandbreite vom zartesten Hauch eines Tones bis hin zur stärksten Verdichtung der Harmonik erzielen. Ein energisches Thema, teilweise eine grimmige Stimmung und ein Ende in unbeschwertem F-Dur kennzeichnen dieses letzte von Beethovens „Mittleren Quartetten“ aus dem Jahre 1818. Fast schon revolutionär dagegen die „Große Fuge, op. 133“. Dieses Quartett B-Dur für zwei Violinen, Viola und Violoncello besticht durch seine komplexe Themenverarbeitung, die zu ihrer Zeit, 1826, Publikum, Interpreten und Verleger schier überforderte. Man befand, sie sei „chinesisch“ und unverständlich, doch was Kathrin ten Hagen (1. Violine), Leonie ten Hagen (2. Violine), Borge ten Hagen (Viola) und Malte ten Hagen (Violoncello) da zu Gehör brachten, war für heutige Ohren absolut adäquat und beeindruckte durch eine simple, fast komische Tanzpassage sowie einen langen differenziert variablen Schlussabschnitt. Nach der Pause geriet das Programm allerdings in eine vielschichtige Beliebigkeit.

Die Stücke „Barcarolle“ und „Ballade“ des tschechischen Komponisten Josef Suk, der immerhin Schwiegersohn von Antonin Dvorák und ein bekannter Violinist war, kamen sehr melodiös und getragen daher, jedoch kurz und ohne besondere Prägnanz. Dagegen konnte der „Quartettsatz c-Moll D 703“ von Franz Schubert, das Fragment eines Streichquartetts in c-Moll, das er im Dezember 1820 begann, komplett überzeugen. Schubert hatte dieses Fragment eines Streichquartettes allerdings nach dem 41. Takt nicht mehr weitergeführt.

Schade, denn was das TenHagen-Quartett da offerierte und was Kathrin ten Hagens linke Hand an der Violine leistete, war ein Genuss, den man gerne länger erhalten hätte. Giacomo Puccinis Ausflug in die Welt der Streichquartette, schon in der instrumentalen Fassung eine Trauermusik, blieb belanglos, und das „Streichquartett Nr. 10 Es-Dur op. 51 ‚Slawisches‘“ von Antonin Dvorák konnte den Spannungsbogen auch nicht wieder neu aufbauen. So blieb als krönender Abschluss das gemeinsam angestimmte und vom TenHagen-Quartett begleitete Pyrmonter Lied von Titus Malms „Wo Linden und wo Palmen steh’n.“

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