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Wie auch negative Botschaften richtig rüberkommen – und das Frauenfrühstück ein spannendes Thema hat

Kritik mit Wohlfühlfaktor – ein Problem

Bad Pyrmont. Wenn eine Situation für einen Menschen so unbefriedigend ist, dass er sie verändern will – ganz gleich, ob im Freundes- und Bekanntenkreis oder im Beruf –, dann kommt er manchmal nicht drum herum, Kritik an einem anderen Menschen zu üben, sagt Marianne Ekelmann. Dass dies viele Fettnäpfchen birgt, erläuterte die Psychologische Beraterin und Manager-Trainerin am Samstag vor mehr als 120 Frauen beim Ökumenischen Frauenfrühstück der Pyrmonter Kirchengemeinden im Gemeindesaal der Stadtkirche. Der Titel des Vormittags: „Hart, aber fair – Wie vermittle ich negative Botschaften?“

veröffentlicht am 24.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 16:41 Uhr

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„Danach ist nichts mehr, wie es vorher war“, betont Ekelmann. Denn Kritik sei immer schmerzhaft – mal mehr, mal etwas weniger. Um Kritik zu äußern, müsse man zuerst einen eigenen Standpunkt als Motor haben. Ohne den sei keine Veränderung möglich. Frauen wollten zwar oft gern Konflikte lösen, aber gleichzeitig dafür Bestätigung bekommen und sich gut fühlen. Doch die Fachfrau weiß: „Beides geht nicht. Das wird immer wehtun. Machen Sie sich nichts vor.“ Je näher man jemandem stehe, desto mehr verletze man ihn. „An dieser Stelle hat Ihre Beziehung einen Bruch.“.

Als „sehr offen und frei“, beschreibt Christel Hesse aus dem Vorbereitungs-Team das Frauenfrühstück. „Dass die Frauen so vollkommen mitgehen“, überrascht sie. „Es kommen ja richtige Diskussionen zustande.“

Äußerst konzentriert und immer wieder von herzhaftem Lachen unterbrochen, folgen die Frauen Ekelmann, die zu Beginn ihrer Ausführungen die Besucherinnen Fragen aufschreiben lässt, die sie in ihre Ausführungen einarbeitet. Immer wieder hält sie eine grüne Pappscheibe und ein blaues Quadrat in die Höhe, als Symbole für das „Ich“ und das „Du“. Die Frage dazu: Wo sind die Berührungspunkte oder die Schnittmenge mit meinem Gegenüber?

Nett und freundlich nütze nur, „wenn es auch eindeutig ist“. Deshalb falle das Kritik-Üben Männern leichter, besonders im Beruf. Die seien sachlicher und nicht unbedingt auf gute Gefühle des Kritisierten aus. „Alle Männer sind so? Das gibt’s ja nicht“, ist die Pyrmonterin Karla Steinmeier skeptisch und möchte mehr differenzieren.

Sei jemand nicht gesprächsbereit, dann gehe das auf jeden Fall nach hinten los, warnt Ekelmann und empfiehlt eine Ankündigung wie: „Ich möchte gerne mit Dir reden“.

„Das war wie ein Anstoß, Konfliktverhalten mal von einer anderen Seite zu sehen und daran zu arbeiten“, meint hinterher die Pyrmonterin Heidrun Imken. Und auch Ria Franke-Heer aus Bad Meinberg reizt das Erforschen eigener Schwachstellen, weshalb sie sich auf den Weg gemacht hat. Aber auch die Atmosphäre des Frauenfrühstücks überzeugt sie.

„Ich muss den eigenen Standpunkt verändern, wenn ich etwas verändern will“, ist für die Lügderin Frauke Grove die Essenz des Vortrags – und die stimmt sie nachdenklich. Die Lügder Lehrerin Ute Schaper indes lässt die Schüler sich selbst einschätzen und auch ihren eigenen Unterricht bewerten. „Die Schüler schätzen sich meist sehr gut ein“, stellt sie fest. „Ich frage sie: ,Was hat nicht so gut geklappt und was kann besser werden?‘“ So meint sie, die Gratwanderung zwischen Kritik und Wohlwollen ihnen gegenüber zu meistern.

Wertschätzung, Klarheit in Verhalten, Körpersprache, Kommunikation, Zugewandtheit und Augenhöhe seien nötig, um anderen den eigenen Standpunkt plausibel zu machen, meint die Herforder Referentin, die auch in Lügde als Psychologische Beraterin tätig ist. „Klar in den Argumenten – freundlich zu den Menschen“, rät sie. Damit das eigene Herz, der Kopf und der Bauch sich wieder gut fühlen.

Warum das ökumenische Frauenfrühstück der fünf Gemeinden zu so einem negativen Thema einladen würde, wurde Christel Hesse im Vorfeld gefragt. Ihre Antwort: „Auch aus Negativem können sich positive Lösungen entwickeln“. cg



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