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Vertrag zu Ende 2017 gekündigt

Kreis schließt Kfz-Außenstelle in Bad Pyrmont

BAD PYRMONT. Fast 10 Jahre konnte im Rathaus der Stadt Pyrmont der Service des Landkreises Hameln-Pyrmont genutzt werden, regelmäßig mittwochs Fahrzeuge an- und abzumelden, ohne dafür nach Hameln fahren zu müssen. Damit ist bald Schluss: Der Landkreis schließt Ende des Jahres seine Außenstelle.

veröffentlicht am 18.08.2017 um 11:17 Uhr
aktualisiert am 18.08.2017 um 21:10 Uhr

Seit Januar 2016 wird im Bad Pyrmonter Rathaus vom Straßenverkehrsamt nur noch bedient, wer einen Termin hat. Foto: jl
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Der Service müsse aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden, heißt es zur Begründung. Das hat zur Folge, dass die Kundschaft aus der Kurstadt mit Beginn des neuen Jahres wieder alle An-, Um- und Abmeldungen von Autos in Hameln erledigen muss.

Die Gesamtentwicklung der letzten Jahre habe gezeigt, dass immer weniger Kunden das Angebot vor Ort nachfragen, heißt es in der Mitteilung des Landkreises. Die 2016 eingeführte Terminvereinbarung zur Verbesserung der Kundensteuerung, insbesondere zur Minimierung von Wartezeiten, sei zwar gut angenommen worden, dennoch sei ein Teil der angemeldeten Kunden nicht wie vereinbart erschienen, Termine seien deshalb ersatzlos ausgefallen.

Auch die Einstellung des Schilderdienstes in der Geschäftsstelle der Pyrmonter Nachrichten seit Beginn dieses Jahres hat aus Sicht des Kreises nicht zur Verbesserung beigetragen: „Kennzeichen konnten mangels Alternative nicht mehr vor Ort angefertigt werden, sodass etliche Kunden unverrichteter Dinge wieder gegangen sind oder gleich die Fahrt nach Hameln gewählt haben“, berichtet Sandra Lummitsch, Sprecherin der Kreisverwaltung. Demzufolge sei eine Fortsetzung des Betriebes in Bad Pyrmont wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. „Nicht zuletzt auch deshalb, weil im Verhältnis zur Stammstelle in der Fluthamelstraße erheblich weniger Kunden bedient und Zulassungsvorgänge bearbeitet werden“, erklärt Lummitsch.

Auffällig ist, dass mit Einführung der Terminvergabe zum Jahresbeginn 2016 die Zahl der Kunden deutlich zurückgegangen ist, im Kreishaus spricht man von einem „drastischen Rückgang“. Denn nur wer einen Termin hat, wird auch bedient. In Hameln ist das anders. Dort kann man auch ohne Termin erscheinen, muss aber Wartezeiten in Kauf nehmen. In Bad Pyrmont werden Termine im 15-Minuten-Rhytmus vergeben. Allerdings sind laut Stadt im Schnitt wöchentlich zwei Termine entweder kurzfristig abgesagt oder ohne Absage nicht wahrgenommen worden. Neue Termin hätten so kurzfristig nicht vergeben werden können. Zusätzlich wurden im Schnitt pro Woche ein bis zwei Kunden nicht bedient, weil sie keine Kennzeichen vorlegen konnten oder notwenige Unterlagen fehlten.

Laut einer Mitteilung der Stadtverwaltung wurden im Jahr 2015 in Bad Pyrmont 1338 Kunden registriert, im Jahr 2016 waren es nur noch 689 und im laufenden Jahr bis einschließlich Juli 350 Personen. Lummitsch will einen Zusammenhang zwischen Terminpflicht und dem Rückgang der Kundenzahlen nicht ausschließen, verweist aber auch auf den fehlenden Schilderdienst. Doch der hatte 2016 auch deutlich weniger zu tun bekommen. Im Jahr 2015 wurden 815 Schilder gedruckt, im Folgejahr nur noch 385. Und das lohnte sich nicht mehr. Ein neuer Anbieter konnte bislang nicht gefunden werden, die Stadt geht davon aus, dass dies auch nicht mehr zu erwarten sei. Die Möglichkeit der Kennzeichenprägung sei aber zwingend erforderlich.

„Es ist bedauerlich, dass dieser Service nicht mehr aufrecht erhalten werden kann“, so Lummitsch. „Aber auch in Gesprächen mit der Stadt Bad Pyrmont konnte keine Lösung gefunden werden, die wirtschaftlich akzeptabel wäre.“

Am Montag will die Stadtverwaltung den Fachausschuss darüber informieren. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Raum 300 des Rathauses.

Mein Standpunkt
Hans-Ulrich Kilian
Von Hans-Ulrich Kilian

Kann oder will der Landkreis den Kfz-Service in Bad Pyrmont nicht mehr anbieten? Diese Frage drängt sich auf, denn zu auffällig ist der drastische Rückgang nach der Einführung der Terminregelung. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.



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