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Bad Pyrmonts Bürger säubern Laternen, Statuen und Schilder und beseitigen Müll

Kratzen, sammeln, schrubben

Bad Pyrmont. Immer mehr Leute tragen immer weniger zusammen. Der Trend, der sich ungebrochen seit Jahren zeigt, und Volkswirtschaftler zum Grausen bringen würde, wird von Hans-Joachim Böhnke gefeiert. „In den letzten Jahren hat sich der Müll, den wir beim Frühjahrsputz in der Landschaft Bad Pyrmonts gefunden haben, gut halbiert“, freute sich der Fachgebietsleiter Bauverwaltung und Technische Dienste, der die Putzaktion am Samstag koordiniert hatte.

veröffentlicht am 31.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:41 Uhr

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Autor:

von Carlhermann Schmitt
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Und nicht nur, dass weniger Müll wild entsorgt wird, „die Leute werden sogar hier umweltbewusster“, stellte Böhnke fest, denn es wurden kaum schädliche Stoffe gefunden. Und mit gut 100 Bürgern, die sich am Bauhof eingefunden hatten, um einige Stunden das Stadtgebiet nach Müll zu durchforsten, konnte Böhnke auch einen neuen Rekord verzeichnen. „Wir mussten sogar noch Stühle aufstellen, damit wir zu Mittag alle nach getaner Arbeit angemessen bewirten konnten.“

Zum ersten Mal stand auch das Zentrum der Kurstadt im Fokus der Bemühungen beim Frühjahrsputz. Die Werbegemeinschaft hatte die Geschäftsleute aufgerufen, den öffentlichen Raum zu putzen. Für die meisten war der Samstag allerdings nicht der ideale Zeitpunkt, um sich auf der Straße aufzuhalten. „Aber die Idee ist gut angenommen worden“, freute sich der Chef der Werbegemeinschaft Helmut Fahle: „Manche haben bereits in den letzten Tagen ihre komplette Fassade geputzt.“ Dabei wurden auch die Laternenpfähle von einer Unzahl von Aufklebern befreit. Nicht jeder empfand Sympathie für die Aktion. „Wir zahlen jede Menge Gewerbesteuer und können uns heute zum ersten Mal seit zwei Jahren vor unser Geschäft setzen, weil die Alustreben zum ersten Mal nicht vor Vogelkot starren. Auch dass es so lange gedauert hat, dass der Bauhof sich des Rabenkots angenommen hat, der die Fußgängerzone schon deutlich prägte, fand ein Geschäftsmann schon „irritierend“.

Vertreter des Kur- und Verkehrsvereins und der Touristinfo sahen das alles gelassener. „Wir putzen Schilder und die Figuren auf der Hauptallee und hoffen damit, auch andere auf die Idee zu bringen, vor ihrer Haustüre einmal ein paar Minuten etwas für ihre Stadt zu tun“, erklärte Regine Köpnick ihr Engagement. Und die Gäste fanden es toll: „Das zeigt mir den Zusammenhalt der Einwohner hier, das finde ich sympathisch“, bekannte eine Besucherin aus Hannover, die auch gleich das frisch gewienerte Baby fotografierte.

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Handschuhe an und los geht es: beim Frühjahrsputz war sich keiner für die Drecksarbeit zu fein. yt(3)

Myriam Dauer (links) befreit mit Athena Knoop-Schwerte Laternen in der Brunnenstraße von Aufklebern und Schmutz.

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