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Eingriff ohne Komplikationen

Kragenbär Gerd hat Kastration gut überstanden

BAD RIPPOLDSAU-SCHAPBACH. Kragenbär Gerd hat es hinter sich. Ein Team unter Leitung von Tierarzt Dr. Meinhard Sieder hat den früheren Bewohner des Pyrmonter Tierparks, der vor zwei Wochen in den „Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald“ umgezogen ist und von seinen neuen Eigentümern den Namen Chandrak bekommen hat, kastriert.

veröffentlicht am 28.03.2018 um 13:50 Uhr

Das hat der Leiter des Parks, Bernd Nonnenmacher berichtet und betont, dass der Bär den Eingriff gut überstanden hat.

Aufgrund der anhaltenden Kälte der letzten Woche habe die Operation verschoben werden müssen, so Nonnenmacher. Die Immobilisation Chandraks sei allerdings keine leichte Angelegenheit gewesen, denn sein Übergewicht habe dazu geführt, dass die erste Dosis kaum Wirkung zeigte. Eine zweite war notwendig, die dann auch zum Erfolg führte. Im Anschluss wurde das Schwergewicht in den Operationssaal gebracht. „Als er auf dem OP-Tisch lag, wurde das Ausmaß seiner Beleibtheit erst wirklich sichtbar“, berichtet der Parkleiter. „Kragenbären gelten eigentlich als wahre Kletterkünstler, bauen sich gar Nester in den Baumspitzen, schlafen teilweise dort. Undenkbar für Chandrak, der durch jahrzehntelangen Bewegungsmangel mit extremen körperlichen Einschränkungen zu kämpfen hat“. In Bad Pyrmont hatte der Bär, den kein anderer Zoo trotz jahrelanger Bemühungen von Tierparkchef Linus Kampe hatte übernehmen wollen, in einem zu kleinen Gehege gelebt.

Der Eingriff verlief laut Nonnenmacher ohne Komplikationen. Im Anschluss seien sowohl Augen und Zähne als auch die Tatzen des alten Bären gecheckt worden. „Ein Grauer Star deutet sich an, das rechte Auge weist eine leichte Trübung auf. Das Gebiss ist, angesichts seines Alters und dem unnatürlichen Speiseplan der letzten Jahre, überraschend gut. Desweiteren waren die Krallen an den hinteren Tatzen etwas lang.“ Momentan befinde sich der Kragenbär in der Quarantäne und erhole sich von der Kastration. „Wir freuen uns, dass Chandrak bald die natürlichen Anlagen hier bei uns erkunden kann und somit sein neues Leben richtig beginnt.“

Die Tierschützer lehnen die Zucht von Wildtieren in Gefangenschaft ab. Die Kastration des 32 Jahre alten Bären war daher notwendig.

red



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