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Wilfried Seibel kämpft bei Ottensteins Bürgerversammlung auf einsamem Posten für Pyrmonts Windradpläne

Kräftiger Gegenwind aus Lichtenhagen

Lichtenhagen „Wollen wir uns hier abschaffen?“ Das fragte der Eichenborner Alwin Hamann angesichts des einhellig von der Politik angestoßenen Vorhabens der Stadt Bad Pyrmont, in der Nähe seines Heimatortes bis zu acht weitere Windräder aufstellen zu wollen. Dass die nicht erwünscht sind – jedenfalls nicht von denen, die dort wohnen – zeigte die Bürgerversammlung, die von Ottensteins Bürgermeister Manfred Weiner in Lichtenhagen einberufen wurde. Es gibt kräftig Gegenwind für Bad Pyrmonts Windkraftpläne. Längst nicht alle Bewohner der Pyrmonter Bergdörfer stehen, wie es jüngst in den Reihen der Pyrmonter CDU behauptet wurde, zu der neuerlichen Ausweisung, von der nicht zuletzt die Stadtwerke Bad Pyrmont profitieren sollen.

veröffentlicht am 12.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 02:41 Uhr

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Autor:

von carlhermann schmitt
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Es waren keine neuen Argumente, die hier vorgebracht wurden. Dennoch machen sie den Gegnern große Sorgen. Bewohner und Pensionsbesitzer aus Lichtenhagen und Eichenborn gaben zu bedenken, dass die Rotoren nur ganz selten nicht zu hören sind, dass deren Schattenwurf den Aufenthalt auf der Terrasse oder in betroffenen Zimmern vermiese. Das Gros müsse darunter leiden, dass einige wenige gut verdienen, so die einhellige Meinung. Werner Mergel aus Eichenborn erklärte, dass er alleine aus seinem Ort 40 Unterschriften gegen die Windräder bekommen habe. „Und die Leute sind auf mich zugekommen.“ Unter den drei Dutzend Gästen herrschte weitgehend Einigkeit, dass die Windräder nicht nur die Lebensqualität dramatisch einschränken, sondern auch „eine der schönsten Gegenden Niedersachsens“ dermaßen verschandeln werden, dass damit dem Tourismus, die lebenserhaltende Ader für die Bergdörfer, der Garaus gemacht werde. Der Gastwirt Jörg Welz, der den „Schneiderhof“ in Lichtenhagen betreibt, fürchtet um den Bestand seines Hauses „Wenn ich meinen Betrieb schließe, wird das auch das Ende für manch andere Pension hier sein.“ Die Steuerbeträge könnten dann ja mit den Gewinnen aus den Windrädern gegengerechnet werden, schlug er vor.

Wilfried Seibel – er vertrat die Mehrheitsgruppe aus CDU, Bürgersinn und FDP im Pyrmonter Rat – verteidigte die Planung. Er ging nicht auf die Sorgen der Dorfbewohner ein, argumentierte stattdessen, dass die zu vereinnahmenden kommunalen Gewinne aus dem Betrieb der Windräder schließlich den Bürgern zugute kämen. Sein Hinweis, dass die Stadt Bad Pyrmont Getriebene der Investoren sei, ließ Weiner an den Fähigkeiten von Rat und Verwaltung in Bad Pyrmont zweifeln: „Wir haben es geschafft, einen juristisch einwandfreien Flächennutzungsplan auf die Beine zu stellen, an dem schon manche Begehrlichkeit abgeprallt ist. Wieso schafft das Bad Pyrmont nicht?“, konterte er und kritisierte, dass die Stadt den Flecken an ihren Planungen bislang noch nicht einmal beteiligt habe. Ein „legerer Brief“ von Bürgermeisterin Elke Christina Roeder werte er nicht als Beteiligung im rechtlichen Sinne, machte Ottensteins Bürgermeister klar.

Als Kritiker outete sich der frühere FDP-Ratsherr Oliver Steinwedel aus Bad Pyrmont. „Wir wollen Weltkulturerbe werden, deswegen sollte sich der Rat Gedanken machen, ob er sich mit den Windkraftplänen nicht ins Knie schießt.“

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  • Manfred Weiner zweifelt an Bad Pyrmonts Fähigkeiten.
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  • Jörg Welz fürchtet um seinen „Schneiderhof“.


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