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Staatsbad und Stadt schmieden Allianz

Konzerthaus-Sanierung gemeinsam günstiger?

BAD PYRMONT. Könnte die Sanierung des Pyrmonter Konzerthauses günstiger werden, wenn Staatsbad und Stadt gemeinsame Sache machen? Auf diese Möglichkeit hoffen Kurdirektor Maik Fischer und Stadtkämmerer Eberhard Weber.

veröffentlicht am 18.12.2017 um 22:44 Uhr
aktualisiert am 18.12.2017 um 23:20 Uhr

Staatsbad und Stadt wollen das Konzerthaus-Projekt zusammen angehen. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Dass ein einstelliger Betrag nicht reichen würde, um das Konzerthaus und das Kurtheater zu sanieren und auf den heutigen Stand der Technik zu bringen, ist seit Jahren klar. Das hatte Bad Pyrmonts damaliger Kurdirektor Heinz-Hermann Blome schon 2011 gesagt.

Jetzt steht – als zunächst ganz grobe Schätzung – eine Summe im Raum, die den Atem stocken lassen kann: Das für die Liegenschaften des Landes Niedersachsen zuständige staatliche Baumanagement ist für das Gesamtpaket mit allem Drum und Dran auf fast 25 Millionen Euro gekommen. Eine Stange Geld.

Das Land investiert zwar seit Jahren in die Infrastruktur des Staatsbades Pyrmont. Die noch laufende Überholung des Königin-Luise-Bads (KLB) und mehrere abgeschlossene Umgestaltungsmaßnahmen im Kurpark zeugen ebenso davon wie das weiterhin auf dem Sanierungsplan stehende Hotel Steigenberger, das Schloss und auch die Wandelhalle.

Doch das provisorische Brandschutzkonzept für Konzerthaus und Kurtheater trägt nicht ewig. Die Zeit drängt.

Deshalb wollen Staatsbad und Stadt das Konzerthaus-Projekt zusammen angehen. Das haben der heutige Kurdirektor Maik Fischer und Kämmerer Eberhard Weber am Montag gemeinsam öffentlich gemacht. Dabei betonte Fischer gleich: „Das hat nichts mit irgendeiner Art von Kommunalisierung zu tun.“

Damit und mit der Information generell reagierte er auf eine Wortmeldung der Pyrmonter CDU-Politikerin Ursula Körtner vom vergangenen Donnerstag im Rat. Den Anlass boten 25 000 Euro, die für eine „Alternativplanung Konzerthaus“ im Pyrmonter Haushalt stehen – obwohl die Stadt mit den Staatsbad-Immobilien doch gar nichts zu tun hat.

Dieser Umstand hatte Körtner nun – wie schon in früheren Jahren – erneut vor einer drohenden Kommunalisierung des Staatsbades warnen und zum Schulterschluss aller heimischen Politiker dagegen mahnen lassen. Denn bekanntlich hatte der Landesrechnungshof dem Land Niedersachsen in der Vergangenheit wiederholt empfohlen, die Staatsbäder (Bad Pyrmont ist mittlerweile das letzte) abzustoßen und für den geordneten Rückzug die Akquise der Kommunen als Mitgesellschafter verlangt. Die bisherigen Landesregierungen und Landtage erhielten die Beteiligung jedoch stets aufrecht. Und Kurdirektor Fischer baut auch für die Zukunft darauf: „Das Land steht zu seiner Verantwortung.“ Welche Lösung für das Konzerthaus gefunden werde, sei zwar noch völlig offen. Das Land habe aber nicht gesagt, dass es das Gebäude abgeben wolle.

Er und Weber erklären die Kooperation von Staatsbad und Stadt lieber ganz praktisch: „Die Sanierung des Konzerthauses soll günstiger werden. Daran arbeiten wir“, sagt Fischer.

Kämmerer Weber verweist auf das große Interesse der Stadt am Erhalt des Gebäudes. Gerade auch als Tagungsstätte sei es ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Zahlen hat Fischer: 2014 fanden im Saal drei Tagungen statt, für 2018 sind 12 geplant – mit positiven Folgen für die lokale Wertschöpfung.

Die Stadt will nun laut Kämmerer „über die Kostenschätzung ein Architekturbüro drübergucken lassen, um zu sehen, ob das auch mit weniger Geld geht.“ Das sei für 2018 geplant. Der Grund: Private Planer unterliegen offenbar weniger komplizierten Vorgaben als das staatliche Baumanagement.

Als Folge eines „sehr zielführenden, angenehmen gemeinsamen Gesprächs“ (Weber) im Sommer mit dem damals verantwortlichen Staatssekretär im Finanzministerium seien die 25 000 Euro erst vor einigen Wochen in den städtischen Haushalt aufgenommen worden, so Weber. Zuvor habe das Land Wert auf Diskretion gelegt. „Bei großen Herausforderungen braucht es ein strukturiertes, besonnenes Vorgehen“, ergänzt Fischer.

Kein Wunder: Große Wellen zu schlagen – vielleicht auch noch im zurückliegenden Wahlkampf – hätte durchaus nach hinten losgehen können.

An welche Form der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Staatsbad in puncto Konzerthaus genau gedacht ist, will Fischer jetzt noch nicht sagen. Denn die Entscheidung darüber, auf welcher Basis die Sanierung laufen könne, sei noch lange nicht getroffen. Da hätten viele Instanzen mitzureden. „Vielleicht bleibt auch alles so wie ursprünglich geplant“, stellt Fischer als Möglichkeit in den Raum. Weber indes könnte sich eventuell ein Betreibermodell vorstellen.

Was beide hoffen: Ein Engagement der Stadt könnte Fördertöpfe öffnen helfen, in die das Land nicht greifen darf. Denn, so Fischer: „Das Land kann sich ja nicht selbst fördern.“ Die gemeinsame Initiative verkauft der Staatsbad-Chef deshalb als gute Nachricht: „Wir kümmern uns um die Zukunft des Konzerthauses. Wir lassen es nicht so.“

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