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Marie-Claudine Papadopoulos und Alexandre Vay entzücken das Pyrmonter Publikum

Konzert mit zwei Gesichtern

BAD PYRMONT. Das sechste und letzte Konzert in der Reihe Pyrmont Symphonics mit der Slowakischen Philharmonie Kosice unter der Leitung von Zbynek Müller, der zudem auch Dirigent an der Prager Staatsoper ist, hatte in der Tat zwei Gesichter. Zum einen durch zwei sehr unterschiedliche Programmteile, zum anderen durch die beiden Solisten, die mit ihrer Virtuosität das Publikum entzückten.

veröffentlicht am 19.11.2018 um 16:57 Uhr

Die Slowakische Philharmonie Kosice unter der Leitung von Zbynek Müller mit Marie-Claudine Papadopoulos, Violine, und Alexandre Vay, Violoncello. foto: ar
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Rudi Rudolph Reporter
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Marie-Claudine Papadopoulos spielt eine Violine des berühmten Geigenbauers Niccolò Amati und zeigte gleich im ersten Werk ihr hohes technisch brillantes Niveau. „La muse et le poète“, ein Duo für Violine, Violoncello und Orchester von Camille Saint-Saens aus dem Jahre 1910 bildete den Auftakt, das zu dem nach 1900 geschriebenen Alterswerk des Komponisten gehört. Die in diesem Zeitraum geschriebenen Werke machen Saint-Saens zum heimlichen Impressionisten, und da stimmt das Urteil des irischen Dichters Bernhard Shaw, der ihn einen Meister der französischen Musik nannte. Die Melancholie des Dichters, der auf den Kuss der Muse wartet, wurde von den beiden Solisten eindrucksvoll zelebriert.

Der französische Cellist Alexandre Vay hatte dabei die Rolle des Dichters inne, während Marie-Claudine Papadopoulos den Part der Muse übernahm, was zum Schluss in einer fast ungehemmten Phase des ekstatischen Dichterschaffens endete. Aus dem Jahre 1840 stammt das „Concertante für Violine, Violoncello und Orchester“ von Johann Gottfried Hugo Schuncke, dessen weitverzweigte Künstlerfamilie bis heute existiert. Der Zeitgenosse Saint-Saens gestaltete die Concertante hochromantisch, mit herrlichen Kantilenen im Mittelsatz und einem Rondo-Finale alla polacca, also im Stil einer Polonaise, sodass die Zuhörer durchaus beschwingt in die Pause gingen. Zahlreiche Besucher zeigten sich von der Virtuosität der Violinistin begeistert, doch ging ihnen offensichtlich besonders die enorme Spielfreude und technische Brillanz von Alexandre Vay ins Ohr.

Der zweite Programmteil war der mit 55 Musikerinnen und Musikern groß besetzten Slowakischen Philharmonie Kosice vorbehalten und setzte mit Bedrich Smetanas „Ma vlast – Mein Vaterland“ Zyklus symphonischer Dichtung ein wahres Ausrufezeichen. Mit den drei von sechs Zyklusteilen „Vysehrad“, „Vltava – Die Moldau“ und „Sarka“ erklangen melodiöse Harfenklänge, die im ersten Teil durch den Barden Lumír die Prager Burg beschrieben, die nach einem großen Crescendo in voller Pracht erscheint. Es folgt der Einsturz der Burg als Marschmotiv, dann erinnert Lumírs Harfe nochmals an die Burg hoch über der Moldau. Der zweite Teil „Die Moldau“ ist ein Paradebeispiel für Programmmusik mit Tonmalerei, die den Lauf der Moldau von ihren zwei Quellen, der kalten und der warmen Moldau, über deren Vereinigung bis hin zu ihrem majestätischen Verschwinden in der Elbe beschreibt. Das populäre Stück wurde von dem Orchester mit Vehemenz und doch viel Feinfühligkeit interpretiert, sodass der dritte Teil, „Sarka“, nur noch ein i-Tüpfelchen sein konnte.



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