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Wie Ulrike und Eckhard Vogelsang als Großeltern mit ihrem Beispiel die ältere Generation motivieren wollen

Klimaschutz – Investition für die Enkel

Klimawandel? Schon längst keine abstrakte Bedrohung mehr, im Gegenteil: Alle Generationen fordern die Politik zum Handeln auf, um gegenzusteuern. Aber selbst Anstrengungen unternehmen, wenn ein gewisses Alter erreicht ist? Noch einmal Geld in die Hand nehmen, um zu investieren, damit sich die selbst verursachten Emissionen verringern? Selbstverständlich, sagen Ulrike und Eckhard Vogelsang als Großeltern – um einen Beitrag für eine bessere Zukunft der Enkelkinder zu leisten. Ihr Beispiel soll als ein Projekt des Klimanetzwerkes Bad Pyrmont/Lügde die ältere Generation zum Nachahmen motivieren, wie sie berichten.

veröffentlicht am 28.07.2021 um 10:00 Uhr
aktualisiert am 28.07.2021 um 10:59 Uhr

Christian Branahl

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Reporter / Newsdesk zur Autorenseite


BAD PYRMONT. Ob Strom, Auto oder Wärmeversorgung: Die Grafik, die Eckhard Vogelsang zum CO2-Verbrauch im eigenen Haushalt erstellt hat, überrascht ihn selbst. Mit einigen Investitionen schaffte es das Ehepaar, den Ausstoß der Treibhausgase kräftig zu senken. Solarstrom vom Dach, E-Auto, Wärmedämmung, in Kürze erneuern die Eheleute die Heizungsanlage als „größter Energiefresser“, wie er sagt. Gut angelegtes Geld, meint er – nicht nur für das Klima und das eigene Gefühl, sondern besonders für die Enkelkinder. Er höre immer wieder, wie viele mehr Einsatz forderten, um das Klima zu schützen. „Aber wir können doch nichts machen“, laute dann oft die Antwort. „Wir können nicht immer auf die Verantwortung der anderen verweisen“, meint er. „Wir haben fünf Enkel. Die sollen nicht eines Tages sagen: Ihr habt uns alles versaut.“

Ulrike Vogelsang gehört mit zu den treibenden Kräften der Initiative Klimanetzwerk Bad Pyrmont/Lügde. Warum? Eine Fridays-for-Future-Demo habe den Ausschlag gegeben, bei der sie sich als Erwachsene mit den Forderungen der Schülerinnen und Schüler solidarisiert habe. Für die beiden Nachbarstädte entstand dann das Klimanetzwerk, um den Worten Taten folgen zu lassen. Sie gehört der kleinen Gruppe zum Thema Energie an, die sich schließlich mit einem Coach über das gemeinsame Vorgehen abstimmte. Erreichbare Ziele setzen, durch persönliche Beispiele motivieren – „aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger“, sagt die Pyrmonterin.

Ihr Ehemann, beim Klimanetzwerk außen vor, wollte sie unterstützen. Er kennt sich nicht nur mit Immobilien aus, sondern kann als Makler ebenso mit spitzer Feder rechnen. Und dann machten sie sich an die Planungen. In Ortsrandlage, wo die Enkelkinder in Richtung Emmer reichlich Platz zum Spielen haben, besitzen die Eheleute ein Mehrfamilienhaus aus den 1960er Jahren, daran anschließend das Eigenheim jüngeren Datums. Schnell stand für sie fest, auf Photovoltaik für die eigene Stromproduktion zu setzen und mit Speichern die Energie selbst zu nutzen. „Das Sauberste, was es gibt“, sagt Eckhard Vogelsang – nahezu Pflicht, wenn die Windkraft in der Kurstadt nicht so willkommen sei. Der Altbau bot ausreichend Platz für die 8-kWp-Anlage, doch zunächst musste das Dach neu gedeckt und gedämmt werden. Ein mittlerer fünfstelliger Betrag zwar, doch verweist er auf nicht unerhebliche Fördergelder. Die Investition in die Photovoltaik schont dank sinkender Kosten nicht nur die Umwelt, sondern lässt sich wirtschaftlich betreiben – durchaus mit fünf Prozent Rendite, wie er ausgerechnet hat. Die Eheleute nutzen den Strom auch für das neue E-Auto als Alternative zu einem der beiden bisherigen Verbrenner. Für die neue Heizungsanlage, für die sie einen Energieexperten zurate gezogen haben, ist der Auftrag vergeben.

„Es lohnt sich“, sagt der Ehemann. Manche Investitionen würden sich dabei erst langfristiger amortisieren. „Warum sollen wir das Geld sparen, wenn wir damit heute schon etwas für die Enkel bewegen können?“, meint er.

Nun liegt ein Flyer vor mit dem Appell an die Generation der Großeltern: „Investieren Sie in die Zukunft Ihrer Kinder und Enkel.“ Den Makler beeindruckt vor allem das Schaubild, mit dem eine Wolke über dem Schornstein den Ausstoß von Treibhausgas im Vergleich zwischen einem Altbau und sanierten Gebäude darstellt. Die Botschaft als Kennzahl: 80 Prozent weniger CO2 durch Solarstrom, Dachabdichtung sowie neue Fenster und Heizung.

„Damit wollen wir ein Bewusstsein erzeugen, dass jeder Einzelne einen erheblichen Beitrag gegen die Klimaerwärmung leisten kann“, sagt Ulrike Vogelsang über die Aktion, für die sie in Bad Pyrmont einen großen Nachholbedarf sieht. Und ihr Ehemann meint: „Wenn nur zehn unserem Beispiel folgen, haben wir schon viel erreicht.“



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