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Einen roten Faden hat Hennes Bender nicht, dafür aber ganz viel Witz

Klein und laut

Bad Pyrmont. Erst am Dienstag hatten ihn die Fans in der „Anstalt“ im ZDF gesehen, jetzt stand Hennes Bender auf der Bühne des Kurtheaters in Bad Pyrmont und begrüßte die Gäste persönlich: Den gebürtigen Höxteraner, der in Garmisch-Partenkirchen wohnt, mit sehr oberbayerisch klingenden Guturallauten, die Würzburgerin mit fränkischem Singsang „ohne hartes Dee“ („Ein Franke geht nicht in einem James Bond: ‚Ich muss Sie jezzard döden!‘“) und die Berlinerin, mit der er mitfühlte, komme sie doch aus der Metropole der Unfreundlichkeit. Nach rund 20 Minuten ließ der Comedian – Komödiant trifft es irgendwie nicht richtig – dann auch schon das Intro ablaufen zu seiner Show „Klein/Laut“, um anschließend seine Proportionen zu offenbaren: 1,62 Meter hoch, mit einer Schuhgröße, mit der man bei Salamander zu Lurchi geschickt wird, und mit adipösem Habitus.

veröffentlicht am 26.10.2015 um 12:54 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 10:21 Uhr

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Autor:

Vo Carlhermann SChmitt
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Und dann plauderte Bender einfach drauflos. Wenn es einen roten Faden gab, dann war der zu einem Knäuel verheddert, und die Gäste fühlten sich eher wie bei einem lockeren Gespräch in einer Kneipe, in der die Musik nicht so laut aufgedreht ist, dass man ständig nachfragen muss. Bender plauderte über Politik: „Merkel sagte: ‚Wir schaffen das.‘ Den Satz hab ich das erste Mal gehört von Bob, dem Baumeister.“ Er kam auf Sprüche, die sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt haben. Kennedy: „Ick bin ein Berliner.“ Martin Luther King: „I have a dream.“ Obama: „Yes, we can.“ Und Peer Steinbrück: „Hätte, hätte, Fahrradkette.“

Und er outete sich. Als alter Mann, der mit knapp 50 beim Aufstehen stöhnt und dabei genauso kindsköpfig ist wie eh und je. Die Welt da draußen verglich er schon verdächtig oft mit der Augsburger Puppenkiste, Benjamin Blümchen oder der Biene Maja. Er verriet, dass er Star-Wars-Fan ist, sich bei Media-Markt wie Packman fühlt, wenn er einen Berater sucht. Er sprach von den fünf Hauptreligionen, Sekten und dem ADAC. Dem Unterschied zwischen Wissen, Glauben und der Wissenschaft und forderte jeden auf, kleine Buchhandlungen zu unterstützen, statt nur bei Amazon zu kaufen und sich jeden Tag neu zu entscheiden, auf welcher Seite der Macht er stehen möchte.

Es war offensichtlich: Auch bei seinem vierten Besuch in Bad Pyrmont hat er sein Publikum restlos überzeugt. Als dann die ersten Gäste wieder zu Luft gekommen waren, bedauerte dann auch nur ein Fan, dass Bender nicht den Sponge-Bob gegeben hatte.

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