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Kinderschutzbund gibt die Arbeit ab

Kleiderkammer in neuem Gewand

Bad Pyrmont (nl). Sie haben sich diesen Schritt wirklich nicht leichtgemacht, schließlich gehörte die Kleiderkammer fast 30 Jahre zum Kinderschutzbund von Bad Pyrmont dazu. Doch die engen Räume in der Kinderburg an der Stadtbibliothek haben ihnen laut der Vorsitzenden Monika Brinkmann-Muchow keine Wahl gelassen. „Der Bedarf an Beratungsgesprächen wird immer größer, und uns fehlen einfach die Räume. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, die Kleiderkammer an den Verein für Arbeit und Integration Bad Pyrmont zu übergeben.“

veröffentlicht am 05.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 22:41 Uhr

Carla Bertomeu und Mechthild Feldmann (links) sowie Monika Brink
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Vor knapp 30 Jahren fing alles mit der Kleiderkammer in einem privaten Keller der Familie Ringe an, bevor Räume in der Grundschule Holzhausen zur Verfügung standen. Und als der Kinderschutzbund vor Jahren in die Kinderburg an der Bismarkstraße/Ecke Forstweg zog, da kam auch die Kleiderkammer mit, die jeden Mittwochnachmittag von Ehrenamtlichen betreut wurde – allen voran von Carla Bertomeu, Mechthild Feldmann, Erika Siekmann und Antje Mogk. Fast drei Jahrzehnte haben sie Kleidung für Kinder bis zum 14. Lebensjahr an Bedürftige ausgegeben – nur gegen einen geringen Obolus oder sogar im Tausch gegen andere Kleidung. „Es kamen immer viele Familien, manche hatten bis zu elf Kinder, die eingekleidet werden mussten“, sagt Carla Bertomeu, die die Kleiderkammer mitgegründet hat. „Am meisten fehlten Kinderhosen für das erste Schuljahr“, fügt Mechthild Feldmann hinzu. Und: In all den Jahren sind die Kinder von damals groß geworden, so dass sie in den vergangenen Jahren schon wieder mit ihren eigenen Kindern in die Kleiderkammer des Kinderschutzbundes kamen. „Wir haben manche Familien eben über drei Jahrzehnte begleitet“, sagt Carla Bertomeu.

Waren es oftmals ausländische Familien, die das Angebot der Kammer des Schutzbundes in Anspruch genommen haben, so sind es in den vergangenen Monaten auch viele deutsche Familien geworden. „Die Wirtschaftskrise hat sich auch in der Kleiderkammer bemerkbar gemacht“, sagt Carla Bertomeu.

Die Ehrenamtlichen haben viel Herzblut in der Kleiderkammer gelassen. Und sie hätten wohl auch noch gern weitergemacht, doch die Suche nach anderen geeigneten Räumen verlief in den vergangenen Monaten erfolglos. „Wir haben sogar nach einem kleinen Laden gesucht, doch die Mieten waren überall zu hoch für uns“, sagt die Kinderschutzbund-Vorsitzende Monika Brinkmann-Muchow. Und so kam die Verbindung zum Verein für Arbeit und Integration zustande – und letztendlich die Übergabe.

Von nun an können die Bedürftigen täglich zu den Öffnungszeiten der Second-Hand-Börse im Recyclinghof am Bahnhof nach Kinderkleidung suchen und kaufen. Jedoch werden die Kleider nicht mehr kostenlos abgegeben – obwohl mit einer Kundenkarte vom Kinderschutzbund die Kinder auch künftig finanzielle Vorteile haben. „Wir werden den Bedarf weiter abdecken, arbeiten aber nicht ehrenamtlich, deshalb können wir die Sachen nicht kostenlos abgeben“, sagt Marita Kalmbach-Liess vom Verein für Arbeit und Integration.



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