weather-image
28°
Weihnachtsoratorium strahlt Kraft und Intensität aus

Klangerlebnis berührt und beeindruckt

veröffentlicht am 01.01.2018 um 19:48 Uhr

Das Orchester spielte Werke mit einer unglaublichen Intensität. Foto: rr
IMG-20161016-WA0000

Autor

Rudi Rudolph Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

BAD PYRMONT. Ein Klangerlebnis, das beeindruckte und berührte, konnte das Publikum am Freitagabend in der gesteckt vollen Christuskirche erleben. Derart viel Zuhörer hatten sich zu den gebotenen ersten drei Teilen des „Weihnachtsoratoriums“ von Johann Sebastian Bach eingefunden, dass manche, vor allem auf der Empore, dieses brillante Konzert im Stehen verfolgten. Denn Sitzen und Sehen können sind in der Stadtkirche zweierlei Dinge, und neben dem hervorragenden Vortrag wollte das Auditorium auch die entsprechenden Protagonisten bei ihren Beiträgen beobachten und bewundern können. Das „Weihnachtsoratorium“, 1734 für die Leipziger Weihnachtsgottesdienste geschrieben und in seinen sechs Teilen für die Festtage vom ersten Weihnachtstag bis hin zu Epiphanias gedacht, ist eigentlich eine einheitliche Geschichte. Seine Teile sind zwar eine musikalische Einheit, doch der Leiter der Stadtkantorei, Dirk Brödling, hatte bewusst für das abendliche Programm die Teile I bis III ausgewählt, die nach dem Evangelium des Lukas die fortlaufende Weihnachtsgeschichte erzählen. Hier verbinden sich 36 Einzelteile zu einem fulminanten Ganzen, in dem sich Coro, Rezitativo, Aria, Choral und Chorus mehrfach abwechseln und die eigentliche Weihnachtsgeschichte subtil miteinander verbinden. Den Einstieg gab die Stadtkantorei sogleich mit großem Eindruck, denn das „Jauchzet, frohlocket“ kam derart fröhlich und verkündend herüber, dass es auf das Folgende gespannt machte, was dann auch mit den Rezitativi durchaus eingelöst wurde. Hier trat erstmalig Luisa Islam-Ali-Zade in Erscheinung, die, entgegen ihres gewohnten Mezzosopranfaches, hier die Altstimme meisterlich intonierte. Wie auch bei den Arien „Schlafe, mein Liebster“ oder „Schließe, mein Herz, dies selige Wunder“ konnte sie dem ausgezeichnet disponierten „Orchester La Réjouissance“ stimmlich Paroli bieten, was nicht unbedingt jedem Interpreten gelang. Hier schien der Kirchenraum für diese Stimme wie geschaffen, hier zeigte sich ein absolut hohes Interpretenniveau, das sowohl das Orchester als auch der hervorragende Bass Andreas Post mühelos erreichten. Angenehm und passend Alima Arden, Sopran, und Florian Feth, Tenor, die ihre Partien adäquat skizzierten. Kraftvoll und doch sensibel, mächtig und doch zurückgenommen, immer das Orchester, das vom akzentuiert spritzigen und strahlenden Barocktrompetenton bis hin zum weichen und bedächtigen, gar andachtvollen Duktus der „Sinfonia“ berührte und eine unglaubliche Intensität ausstrahlte.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare