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„Grün vor Neid“ mit Horst Schroth

Kirche, Papst und Ossis: Er zieht alle durch den Kakao

Dagmar Nickelsen

veröffentlicht am 23.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 11:41 Uhr

Horst Schroth alias Nick Niehoff kennt die Menschen, denn er ist
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Bad Pyrmont. Wenn der Altmeister des Gesellschaftskabaretts seine Geschichten erzählt, zieht man schon mal den Kopf ein.

Man fühlt sich ertappt, getroffen von seinen sauber angespitzten Pointen – ganz besonders, was das Thema seines neuen Programms anbelangt: der Neid.

Jeder kennt ihn, jeder hat ihn schon mal verspürt – er ist zutiefst menschlich. Und wenn Horst Schroth alias Nick Niehoff so nach und nach seine Familie vorstellt, in der ein Erbfall so einige menschliche Untiefen hervorbringt, dann kommt einem so dieser oder jener aus der geliebten Mischpoke doch sehr bekannt vor.

Schroth schlägt vor, für neidauslösende Dinge den „Neidfaktor 0 bis 10“ zu vergeben und hat natürlich das Publikum gleich auf seiner Seite. Wie er aber auch erzählt, manchmal einem Schnellfeuergewehr nicht unähnlich, da kommt schon mindestens Neidfaktor 9 auf. Es ist urkomisch, wie er in seiner neidvollen Erbtantengeschichte vom Hundertsten ins Tausendste kommt, alles und jeden, Politiker oder die Werbung, die Kirche samt Papst, die Sauerländer, die Ossis durch den Kakao zieht – und urplötzlich kriegt er wieder die Kurve zur Testamentseröffnung.

Nie rutscht er unter die Gürtellinie, wenn’s mal sehr arg wird, gibt es gleich was Versöhnliches hinterher – er kennt die Menschen, er ist selbst einer.

Er parliert so herrlich, aber auch so überaus schnell über ihre Schwächen, da wünschte man sich schon manchmal, dass seine bissigen Kommentare wie in Comic-Sprechblasen über der Bühne schwebten, um sie richtig genießen zu können. Horst Schroth nutzt die Bühne aus beim Erzählen, er schreitet, tanzt, springt, hüpft wie Rumpelstilzchen, gestikuliert wild, wo er die Puste hernimmt, dabei auch noch so unglaublich zügig sein Thema abzuspulen, bleibt unerfindlich. Er kann‘s eben, und das Publikum dankt es ihm mit stürmischem Applaus.



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