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Behörde verweigert Entschädigung

Kioskpächterin: „Ich will nicht in die Schuldenfalle geraten“

BAD PYRMONT. Claudia Kloß-Fricke, Pächterin des Bahnhofskiosks in Bad Pyrmont, steht keine Entschädigung als Folge der Arbeiten am Neubau der Heemsteder Brücke zu. Das hat ihr das Straßenbauamt des Landes mitgeteilt. Als Konsequenz daraus reduziert sie die Öffnungszeiten des Kiosks.

veröffentlicht am 16.11.2018 um 12:18 Uhr
aktualisiert am 16.11.2018 um 17:20 Uhr

Claudia Kloß-Fricke, Pächterin des Bahnhofskiosks, geht anderswo arbeiten. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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„Ich schließe nicht wegen Reichtums, sondern gehe anderweitig arbeiten, um die Kosten für den Kiosk decken zu können und nicht wegen deutschen Behördenirrsinns in die Pleite zu rauschen.“ Claudia Kloß-Fricke, Pächterin des Bahnhofskiosks in Bad Pyrmont, sagt was sie denkt und ist verbittert. Sie hat sich entschlossen, die Öffnungszeiten ab dem 26. November auf die Zeit von 4.30 bis 9 Uhr zu beschränken. Bislang hat sie auch von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Grund sei die Weigerung des Landesamtes für Straßenbau, ihr eine Entschädigung für die Folgen der gesperrten Bad Heemsteder Brücke zu zahlen. „Nach Ansicht der Behörde bin ich davon nicht betroffen, weil ich nicht Anliegerin der Bahnhofstraße, sondern der Lügder Straße bin“, zitiert sie aus dem Schreiben der Rechtsabteilung der Behörde in Hannover, dass dieser Zeitung vorliegt. Darin heißt es, „dass etwaige Erstattungsansprüche im Zuge der Erneuerungsarbeiten an der Brücke unter keinem in Betracht kommenden Gesichtspunkten – sei es Schadensersatz oder Entschädigung – bestehen“.

Für Kloß-Fricke steht fest, dass ihre 30- bis 40 Prozent Umsatzeinbußen sehr wohl auf den Neubau der Heemsteder Brücke zurückgehen. „Die Situation durch die Brückensperrung und damit verbundenen Verspätungen der Busse aufgrund der Umleitung lässt den Leuten keine Zeit mehr, zu mir zu kommen. Das zwingt mich zu diesem Schritt, um nicht in die Schuldenfalle zu geraten“, erklärt sie. „Wenn die Brücke wie geplant in diesen Wochen fertig geworden wäre, dann hätte ich das wohl durchgestanden, aber jetzt ist ja die Rede von April nächsten Jahres.“

Dem Straßenbauamt wirft sie vor, vor Beginn der Arbeiten nicht ausreichend genug die Tragfähigkeit des Baugrunds geprüft zu haben, um einen Baustopp zu vermeiden. Die Behörde weist das zurück und spricht von nicht absehbaren und nicht vermeidbaren Schwierigkeiten.

Zunächst plant die Kioskbetreiberin reduzierte Öffnungszeiten – mittwochs, samstags und sonntags hat sie ganz geschlossen – bis zum 23. Dezember. Dann will sie weitersehen. „Augenscheinlich hat auch die Stadt kein Interesse daran, sich für den Erhalt des Kiosks einzusetzen“, meint sie. „Wenn nicht ein Wunder geschieht, wird der Pyrmonter Bahnhof bald ganz ohne Leben sein und keine Ansprechpartner für die vielen Auskünfte und Taxirufe geben. Ich glaube, niemand in Bad Pyrmont weiß zu schätzen, was ich hier mache“, sagt sie. Die Schlüssel für die Toiletten im Bahnhof überlässt sie während ihrer Abwesenheit den Bahnhofshelfern der AIBP.



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