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Alte Führungsriege gibt wegen zunehmender Belastung auf / Briese: „Hort der Stadt hat uns Kinder abgeworben“

Kinderschutzbund findet keinen Vorstand

BaBad Pyrmont. „Wir haben einen Traum“ überschrieb der Ortsverband des Kinderschutzbundes (KSB) noch 2013 eine Broschüre. Doch nun sieht es ganz so aus, als ob die Arbeit der Ehrenamtlichen in der Organisation zu einem Albtraum geworden ist. Wie die Vorsitzende Claudia Briese schon in der Einladung zur Mitgliederversammlung und im Gespräch mit dieser Zeitung andeutete (wir berichteten), sieht sie den Umgang von Behörden, auch der Stadt, und der Öffentlichkeit mit dem Ehrenamt nicht mehr als angemessen, sondern als zunehmende Belastung für die Mitglieder des Vorstandes, die deshalb für die regulären Wahlen nicht mehr als Kandidaten zur Verfügung stehen.

veröffentlicht am 14.04.2016 um 12:39 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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Ihren Jahresbericht hatte Briese in Stichworten aufgelistet, um damit deutlich zu machen, wie sehr reine Verwaltungsarbeit, wie zum Beispiel Antragsverfahren, Öffentlichkeitsarbeit und Akquirieren neuer Mitarbeiter, die Zeit und Kraft der Vorstandsmitglieder in Anspruch nehmen und damit der eigentlichen Aufgabe des KSB verloren gehen. Dabei habe das noch junge Angebot, die „verlässliche Nachmittagsbetreuung“, die in der Herderschule stattfindet, sich als ausgesprochen erfolgreich erwiesen, wie die zuständigen Erzieherinnen Melina Weigel und Selma Ücolek berichteten. Sie schilderten, wie die zehn angemeldeten Erst- und Zweitklässler als „Stadtentdecker“, im freien Spiel, beim Schwimmen und in der Natur die Zeit zwischen „Entspannung und Abenteuer“ verbringen.

Eine bittere Pille sei allerdings, dass einige Kinder vom Hort der Stadt „abgeworben“ worden seien und dadurch dem KSB-Projekt verloren gingen, wie Briese betonte. Noch bis Ende Juni wird die Nachmittagsbetreuung im Programm sein, wie der Haushaltsplan für 2016 aufzeigte. Dass im vergangenen Jahr 170 Termine in der Familienberatung wahrgenommen wurden und dass sie mit vielen Umgangs-Schwierigkeiten getrennt lebender Eltern konfrontiert worden sei, berichtete die hauptamtliche Mitarbeiterin Sylvia Groth.

Der Einwand des Mitglieds Evelyn Buchholz-Dassen, dass sie bei den Jahresberichten zwar viel über Projekte, aber nichts über „missbrauchte und gefährdete Kinder“ gehört habe, setzte eine lebhafte grundsätzliche Diskussion über die Aufgaben des Kinderschutzbundes und über das Ehrenamt generell in Gang.

„Schwache Familien werden nach wie vor unterstützt, aber die Betreuung hat sich geändert. Heute ist Prävention ganz wichtig, und der Kinderschutzbund macht eine gute Arbeit“, betonte Sieglinde Patzig-Bunzel (SPD), Vorsitzende des Schul-und Jugendausschusses im Rat. „Wenn die Stadt die Ehrenamtlichen nicht hätte, sähe es mau aus“, bekräftigte die Fraktionsvorsitzende von Bürgersinn/FDP, Adelheid Ebbinghaus. Zu dem von der Vorsitzenden kritisierten enormen Verwaltungsaufwand bemerkte sie: „So geht es leider vielen Vereinen. Wir verwalten uns kaputt“.

Da sich für die anstehende Vorstandswahl keine Kandidaten fanden, wurde beschlossen, im Herbst eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit dem Ziel einer Wahl einzuberufen. Bis dahin bleibt der Vorstand im Amt, und auch die laufenden Angebote sollen bestehen bleiben.

Zu wenig

Anerkennung des Ehrenamtes und zu viel Verwaltungsaufwand: Claudia Briese, Vorsitzende des Kinderschutzbundes, will nicht mehr.

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