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Erstmals gibt es ein Konzept für Pyrmont

Kinderbetreung wird für Stadt zur enormen Aufgabe

Bad Pyrmont (uk). Ernüchterung bei der Politik: Will die Stadt Bad Pyrmont bis zum Jahr 2013 jedem dritten Kind der Kurstadt unter drei Jahren und allen Kindern über drei Jahren einen Betreuungsplatz bieten, um den gesetzlichen Anspruch zu erfüllen, muss sie viel Geld in die Hand nehmen. Auf gut 3,3 Millionen Euro Gesamtkosten hat die Stadtverwaltung die Investitionen beziffert, die für die notwendigen An- und Neubauten fällig werden.

veröffentlicht am 28.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 04:21 Uhr

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„Abzüglich der zu erwartenden Zuschüsse bleibt ein Eigenanteil der Stadt von gut 1,3 Millionen Euro“, so der Fachgebietsleiter Schulen und Jugend, Stefan Ölmann, der jetzt im Jugend- und Sozialausschuss sein 52 Seiten umfassendes Konzept für die Kinderbetreuung der Null- bis Sechsjährigen vorstellte, in dem sich diese Zahlen wiederfinden.

In zwei Schritten, so will es der Gesetzgeber, soll der Anspruch für die unter Dreijährigen erfüllt werden. Bis zum Oktober 2010 soll die Versorgungsquote 21 Prozent betragen, im Jahr 2013 dann 35 Prozent. „Das wären 41 beziehungsweise 81 Plätze“, hat Ölmann errechnet. Und da die Stadt zurzeit gerade einmal 10 Krippenplätze anbieten kann, ist es nicht überraschend, dass er von einer „enormen Aufgabe“ spricht, die mit viel Arbeit und Aufwand verbunden sei und nur mit Neubaumaßnahmen erfüllt werden können. Das betrifft vor allem die Neu- beziehungsweise Umbauten für den Kindergarten Holzhausen mit 500 000 Euro und den Kindergarten Ressenhof mit 1,45 Millionen Euro. Außerdem hat die Stadt 1,3 Millionen Euro für den Neubau des Katholischen Kindergartens, 15000 Euro für die Erweiterung des Kindergartens Marienstraße und 65000 Euro für die Umwandlung des Spielkreises Kleinberg/Großenberg in einen Kindergarten veranschlagt. Denn vorrangig sei es, so Ölmann, zunächst die Betreuung der Drei- bis Sechsjährigen vormittags sicherzustellen und die Schaffung von Krippenplätzen in bestehenden Gebäuden nachrangig zu berücksichtigen.

Beckord: „Wir müssen! Jammern hilft nichts!“

Ausdrücklich wies Ölmann auf die Unwägbarkeiten hin, schließlich handele es sich bei der Prognose der Entwicklung der Geburtenjahrgänge nur um eine Momentaufnahme. Und genau das bewegt die Politik. Michael Rausch (CDU) sprach von einer „Idealvorstellung“, die das Konzept vermittele, von der man vielleicht noch einiges abschleifen könne. Er rechne zudem damit, dass die Frist noch ausgedehnt werde, denn viele Städte und Gemeinden hätten Probleme mit der Erfüllung des neuen Gesetzanspruches. Martina Tigges-Friedrichs (FDP) äußerte die Sorge, dass viel Geld investiert werde, „und hinterher steht so ein Neu- oder Anbau leer.“ Sie schlug vor, weitere Alternativen zu prüfen. „Wir erschrecken uns jetzt angesichts der Kosten, klar“, gab auch Sieglinde Patzig-Bunzel (SPD) zu. „Aber ich sehe das erstmal nur als ein Entwurf. Außerdem haben wir jetzt erstmals ein Konzept, das alle Einrichtungen umfasst, und das wollten wir haben.“ Und auch Ölmann gab zu, „dass dies vielleicht noch nicht der Weisheit letzter Schluss“ sei. Trotzdem: „Wir müssen! Jammern hilft nichts!“, rief Heike Beckord (SPD) dem Ausschuss ins Gedächtnis.

Und so zeigte die SPD auch mehr Bereitschaft als die CDU, das Konzept schon jetzt auf den Weg zu bringen – allerdings ohne damit gleichzeitig der Notwendigkeit höherer Elternbeiträge zuzustimmen. Die hält man im Rathaus nämlich für notwendig, weil bei der Umsetzung des Konzeptes die Betriebskosten um jährlich eine Viertel Million Euro steigen würden.

Am Ende hatten aber alle Ausschussmitglieder noch Gesprächsbedarf über das Thema, den sie in ihren Fraktionen befriedigen wollen. Die von Ölmann vorbereitete Beschlussvorlage wird also erneut auf den Tisch kommen.

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