weather-image
10°

Der Pyrmonter Klaus Pape lässt sich zum Sterbebegleiter für Kinder schulen

Kinder gehen offener mit dem Tod um

Bad Pyrmont (Hei). Kindheit und Tod: Das scheint so weit voneinander entfernt wie Himmel und Erde. Und doch leben in Deutschland zur Zeit etwa 23 000 Kinder, die von einer tödlich verlaufenden Krankheit gezeichnet sind. Dazu gehören schwergeschädigte Frühgeborene ebenso wie Krebskranke oder von einem anderen unheilbaren Leiden Betroffene.

veröffentlicht am 16.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 14:21 Uhr

Klaus Pape und Anne Gille setzen sich mit der Sterbebegleitung v
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Wie sehr ein oft jahrelanger Sterbeprozess die Kinder und ihre Familien belastet, erfahren zur Zeit drei Ehrenamtliche aus dem Kreis, die sich in der Kinder-Hospizarbeit ausbilden lassen. Einer von ihnen ist der Pyrmonter Klaus Pape. Als langjähriges Mitglied des Hospizvereins nahm er an einem langfristigen Lehrgang teil, der ihn für diese schwierige Art der Sterbebegleitung qualifizierte.

Sterbebegleitung wird zunehmend wichtiger

Darüber berichtete er den Mitgliedern des „Runden Tisches zur Palliativ- und Hospizversorgung“ bei der jüngsten Sitzung im „Haus Pyrmont“. Dem 2008 gegründeten Fachgremium gehören Vertreter der Kirchengemeinden und der Krankenhausseelsorge ebenso an wie Hausärzte, die MitarbeiterInnen der ambulanten Pflegedienste und stationären Pflegeeinrichtungen in Bad Pyrmont und Lügde sowie Vertreter von Seniorenbeirat und Sozialamt.

Bei dem Treffen informierte zunächst Anne Gille vom Hospizverein über die Sterbebegleitung für Kinder, die noch im Aufbau sei, aber zunehmend wichtig werde. „Deswegen brauchen wir noch Menschen, die dabei mitmachen“, unterstrich sie. Durch Kooperation mit dem Kinderhospiz „Löwenherz“ sei es ermöglicht worden, die Ehrenamtlichen im ambulanten Bereich als Helfer für die betroffenen Familien zu schulen. „Der Dialog mit den Eltern reicht oft bis über den Tod des Kindes hinaus“, betonte Gille.

Klaus Pape berichtete, dass die drei Ehrenamtlichen zur Zeit zwei Kinder und ihre Familien begleiten. „Kinder gehen meist offener mit dem Tod um als die Eltern, für sie hat er noch nicht das Grauen, das die Erwachsenen empfinden“, stellte der Hospiz-Mitarbeiter fest. So habe ein Kind das Sterben des Großvaters mit den Worten kommentiert: „Es dauert drei Stunden, bis er oben ist“. Ein anderes habe Tod als „Schlafen ohne Schnarchen“ erklärt. Ein Kind jedoch bei der Selbsterfahrung seines eigenen Sterbens zu begleiten, bedeute für die Helfer ein anstrengendes, intensives Erleben. Wichtig sei auch das Kümmern um die Geschwister, die bei der Sorge für das kranke Kind in den Familien oft zu kurz kämen. In der anschließenden Diskussion wurde aus dem Kreis der Pflegekräfte der Wunsch geäußert, mehr als bisher in die Versorgung der todkranken Kinder eingebunden zu werden: „Als Pflegedienst können wir das leisten, man muss nur den oft überforderten Eltern sagen, dass es eine Möglichkeit der Entlastung für sie gibt.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt