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Zur Erhaltung der genetischen Vielfalt

Kiefernernte am Donoper Teich

Detmold. In den Wäldern des Landesverbandes Lippe rund um den Donoper Teich sind derzeit ungewöhnliche Erntearbeiten im Gange: Nicht Holz wird hier eingeschlagen, sondern Baumkletterer steigen in die Kronen von Kiefern, um sogenannte Veredelungsreiser zu schneiden.

veröffentlicht am 09.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 16:41 Uhr

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Das Projekt dient dem Erhalt der genetischen Vielfalt von Kiefern in Nordrhein-Westfalen und wird betreut vom Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald, das die Schwerpunktaufgabe „Waldbau und Forstvermehrungsgut“ beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW erfüllt.

„Gehölzgenetik ist eine Basis für erfolgreiche Waldwirtschaft“, erläutert Forstamtsfrau Lydia Schulze vom Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald. Zu ihrer Arbeit gehört es, forstliche Genressourcen von Baum- und Straucharten in Nordrhein-Westfalen zu erhalten und zu fördern. Denn: „Die genetische Vielfalt ist zum einen die Grundlage für die Anpassungsfähigkeit der Arten an sich verändernde Umweltbedingungen und zum anderen wichtig für die Bildung von Standortrassen und Populationen, die an die verschiedenartigen Bedingungen ihrer jeweiligen Standorte angepasst sind.“

In den Wäldern des Landesverbandes Lippe haben Kiefern ihr fachliches Interesse geweckt: „Die autochthone, gebietsheimische Kiefer kommt in Ostwestfalen nur noch in Relikten vor. Diese Relikte sind aus genetischer Sicht außerordentlich wertvoll, ihre genetischen Informationen müssen erhalten werden.“ Die Kiefernvorkommen rund um den Donoper Teich sind von sehr guter Holzqualität: „Sie existieren nur deshalb noch, weil sie bei den Reparationshieben der Nachkriegszeit aufgrund ihres Schutzstatus als Naturschutzgebiet verschont wurden“, berichtet Hermann Kaiser, Leiter des Forstreviers Hiddesen beim Landesverband Lippe. „Alle anderen Kiefern dieser Altersklasse und in diesem Raum, wurden damals, nach dem Kriege, gefällt und nach England verschifft.“ Das Alter der Kiefern sei – je nach Standort – mit 111 bzw. 211 Jahren anzusetzen.

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  • Baumkletterer Kay Busemann überwacht den Aufstieg seiner Kollegin Erika Luppi in eine Kiefer; er hält ein Bündel mit Veredelungsreisern einer anderen Kiefer in seinen Händen.

Der Landesverband Lippe und das Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald wollen die genetischen Ressourcen der Kiefern nun gemeinsam sichern und für zukünftige Generationen erhalten. Baumkletterer steigen dazu in die Lichtkronen der Kiefern, um Veredelungsreiser herauszuschneiden. Diese werden in den Gewächshäusern des Lehr- und Versuchsforstamts auf sogenannte „Unterlagenpflanzen“ veredelt. „Die veredelten Kiefernpflanzen werden drei Jahre in Pflanzcontainern angezogen und später auf eine geeignete Fläche beim Landesverband Lippe als Samenplantage ausgepflanzt. Mittelfristig liefern uns diese Plantagen reichlich Saatgut“, freut sich Schulze.



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