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Was das „Projekt Armut“ 2018 noch anbietet

„Keiner soll sich ausgeschlossen fühlen“

BAD PYRMONT. Fünf Monate nach seinem Start geht das von inzwischen über 30 Organisationen und Unternehmen in Bad Pyrmont organisierte und unterstützte „Projekt Armut“ jetzt in die zweite Hälfte.

veröffentlicht am 23.08.2018 um 22:49 Uhr

Vor allem Alleinerziehende gelten schon jetzt als armutsgefährdet und werden künftig vom Altersarmut betroffen sein.Symbolfoto: dpa
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Am Donnerstag haben Dr. Dieter Alfter und Klaus Titze aus dem Organisationsteam zusammen mit Bürgermeister Klaus Blome (parteilos) vorgestellt, wie es bis Dezember weitergehen soll.

Diverse Angebote sind im neuen Flyer gelistet – vom Schwimmkurs über den Gratis-Haarschnitt, das ebenfalls kostenlose Seniorenkino in der „Krone“ und ein Herbstfest für alle in Holzhausen sowie offene Türen beim Kinderschutzbund und der AIBP bis hin zum Basar unter den Arkaden und einem Gottesdienst.

Dieser Mix soll von Armut betroffenen Menschen punktuell praktische Hilfe leisten oder Ihnen zumindest ein paar unterhaltsame Stunden bescheren. Neugierigen bietet er zudem Informationen über das wichtige Thema. Denn die ehrenamtlichen Macher sind überzeugt: „Armut geht uns alle an.“ Genau diese Botschaft soll das Projekt den Pyrmontern nahebringen.

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Und was sagen die Statistiken? Den aktuellen Behördenzahlen zufolge waren im vergangenen Jahr 16,3 Prozent der im Landkreis Hameln-Pyrmont lebenden Menschen von Armut gefährdet. Weil nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) fast 42 Prozent der heutigen Beschäftigten in Niedersachsen als Teilzeit- oder Leiharbeiter jobben, dürfte die Altersarmut noch deutlich zunehmen. Vor allem betreffe das alleinerziehende Mütter.

Die Betroffenen zu erreichen, ist jedoch schwierig. Gerade schamhafte Ältere arrangieren sich eher in der sozialen Isolation, bekommen von vorhandenen Angeboten nichts mit und trauen sich erst recht nicht, etwas zu fordern.

Die Macher des Pyrmonter Projekts ziehen nun eine positive Zwischenbilanz: „Wir haben bestimmt weit mehr als 700 Menschen erreicht“, glaubt Dr. Alfter. Dass darunter auch Betroffene gewesen seien, sei schon ein Anfang.

Eine Folge des Projekts nennt Bürgermeister Blome „vorbildhaft für den Landkreis“: Seit die Pyrmonter Stadtsparkasse den einen Euro zum Schulessen zuschießt, dessen Zahlung das Bildungs- und Teilhabepaket den berechtigten Eltern überlässt, essen viel mehr Kinder in der Mensa (wir berichteten).

Und auch die Plätze im nächsten vom Kinderschutzbund angebotenen Gratis-Kinderschwimmkurs dürften schnell belegt sein.

An einem Stück Kultur lässt der Lions Club finanziell klamme Menschen teilhaben: Der Erlös aus dem ersten Spenden-Basar unter den Arkaden wird etwa 130 Leuten einen Besuch des „Goldenen Sonntags“ ermöglichen, die sich den Eintritt sonst nicht leisten könnten. Die Absicht dahinter hat laut Dr. Alfter auch Kurdirektor Maik Fischer mit Rabatten unterstützt: „Die Menschen sollen sich nicht ausgeschlossen fühlen.“

Bei den nächsten Angeboten des Seniorenbeirats muss übrigens niemand seine Bedürftigkeit nachweisen. Der Friseurbesuch kostet allenfalls ein bisschen Mut, und zum Besuch des Kinofilms „0815“ mit Joachim Fuchsberger, Mario Adorf und Helen Vita sind gleich alle reifen Kino-Fans aus dem Talkessel eingeladen.

Über das Jahr 2018 hinausgehen soll das Projekt nach den bisherigen Planungen nicht. Aber Klaus Titze ist sicher, „dass uns das Thema weiter beschäftigen wird“. Und dass sich manche nun gestarteten Angebote noch weiterentwickeln.

Und auch Bürgermeister Blome könnte sich vorstellen: „Ein Nachhall wird bleiben.“



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