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Auch das Mitführen von Reizgas ist bei öffentlichen Veranstaltungen verboten

Keine Waffen im Karneval

Lippe. Seit Ende letzten Jahres verzeichnet die Waffenbehörde der Kreispolizeibehörde Lippe einen deutlichen Anstieg bei der Antragstellung für den „Kleinen Waffenschein“. Die Polizei prüft die Geeignetheit und Zuverlässigkeit des Antragstellers und weist darauf hin, dass auch bei einer Antragsbewilligung Waffen in Karnevalsveranstaltungen nichts zu suchen haben.

veröffentlicht am 03.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 17:21 Uhr

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Der Kleine Waffenschein berechtigt zum Führen von Reizstoff-(Gas-) Signal- und Schreckschusswaffen – allerdings nicht uneingeschränkt. Bei öffentlichen Veranstaltungen wie Demonstrationen, Fußballspielen oder im Karneval darf die Waffe auch mit einem „Kleinen Waffenschein“ nicht mitgeführt werden. Auch das Schießen ist nur in Notsituationen gestattet. Neben den Anträgen auf den Kleinen Waffenschein erlebt auch der Verkauf von Reizgasen und Pfefferspray momentan einen Boom. CS-Gas (Reizgas) mit Prüfzeichen kann an Personen ab 14 Jahren abgegeben werden. Für diese Reizstoffsprühgeräte gilt ebenfalls das Verbot, sie bei öffentlichen Veranstaltungen mitzuführen! Ein Missachten der gesetzlichen Bestimmungen ist ein Verstoß gegen das Waffengesetz und wird als Straftat mit Freiheitsstrafe geahndet.

Die Polizei im Kreis Lippe sieht diese Entwicklung sehr kritisch, denn harmlos ist dieser Trend keineswegs. Die Risiken und Gefahren, die durch das Mitführen von Schreckschusswaffen entstehen können, werden von vielen Antragstellern schlichtweg unterschätzt. Die meisten Menschen, die sich vermeintliche Sicherheit durch eine solche Waffe wünschen, sind im Umgang damit völlig ungeübt, berichtet die Polizei. „Das kann gerade in Not-, Schock- oder Stresssituationen, in denen man ohnehin nur bedingt handlungsfähig ist, zu einer erheblichen Eigengefährdung führen. Auch die Reaktion des Gegenübers ist in solchen Situationen schwer einzuschätzen, sodass das Führen und Zeigen einer Waffe die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Situation eskalieren kann“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei Lippe. „Im schlimmsten Fall wird die Waffe gegen das Opfer selbst eingesetzt. Dasselbe gilt für den Einsatz von Reizgas. Wer überprüft schon in einer Notsituation die Windrichtung, damit er sich nicht selbst außer Gefecht setzt?“, fragt Lars Riderbusch von der Polizei Lippe. Er rät: „Versuchen Sie unangenehme und bedrohliche Situationen schon im Vorfeld zu erkennen und abzuschwächen und so gar nicht erst zum Opfer zu werden. Ist man jedoch bereits in einer konkreten Gefahrensituation, ist es wichtig, auf sich aufmerksam zu machen, und sich Hilfe zu holen. Sprechen Sie Menschen in Ihrer Nähe gezielt an und fordern Sie sie auf, Ihnen zu helfen oder rufen Sie laut um Hilfe. Wehren Sie sich auch mit lauter, deutlicher Stimme gegen Berührungen oder Bedrängungen.“

Lippe sei aber nach wie vor eine der sichersten Regionen im landesweiten Vergleich mit anderen Behörden, wie die Kriminalitätsstatistiken der vergangenen Jahre zeigten.



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