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Kapazitäten reichen nicht aus

Kein Platz für Selbstzahler im Königin-Luise-Bad?

BAD PYRMONT. Die von den Spitzen von Staatsbad und Bad Pyrmont Tourismus GmbH bei den Bädertagen verkündeten Pläne, vor allem auch Angebote für „Selbstzahler“ als eine wichtige Zielgruppe für die Zukunft von Bad Pyrmont zu entwickeln, passt nicht zu den Erfahrungen des Pyrmonters Heinz Rulfs. Er bekam eine Absage.

veröffentlicht am 29.11.2017 um 12:59 Uhr
aktualisiert am 29.11.2017 um 21:45 Uhr

Wassergymnastik in der Gruppe: Das hat Heinz Rulfs aus Bad Pyrmont gutgetan und das würde er gerne als Selbstzahler fortsetzen. Doch das Staatsbad hat dafür im König-Luise-Bad nicht genügend Kapazitäten. Foto. © STAATSBAD
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Mit großem Interesse hatte Heinz Rulfs aus Bad Pyrmont die Berichterstattung über den Deutschen und den Niedersächsischen Bädertag in Bad Pyrmont verfolgt. „Ich selbst habe drei Jahre an einem vom Arzt verschriebenen und von der Krankenkasse genehmigten Funktionstraining im Königin Luise Bad teilgenommen“, schilderte er gegenüber dieser Zeitung seine Geschichte. Als die Krankenkasse ihm jedoch das vierte Jahr nicht mehr genehmigte und ihm empfahl, auf Selbstzahlerbasis an dem Funktionstraining teilzunehmen, sei er diesem Ratschlag gefolgt und wollte sich in dem vom Staatsbad Pyrmont betriebenen Königin-Luise-Bad anmelden.

Doch dort erlebte er eine Überraschung. Die Anmeldung sei jedoch mit der Begründung abgelehnt worden, dass es keine freien Kapazitäten mehr gebe. „Das ist für mich völlig unverständlich“, berichtet der 79-Jährige, der sich mit der Absage darum auch nicht abfinden wollte, zumal ihm die bisherige Wassergymnastik gegen seine Arthrose-Probleme sehr gutgetan habe. Er schilderte Kurdirektor Maik Fischer in einem Brief sein Anliegen. Doch auch dessen Antwort fiel für ihn unbefriedigend aus. „Ich hätte doch weitere Möglichkeiten, im König Luise Bad Anwendungen zu buchen. Einmal abgesehen davon, dass diese Anwendungen teurer sind als ein von mir bezahltes Funktionstraining, so fehlt mir die nicht unwichtige soziale Komponente zum einen der Anleitung und zum anderen auch das Ausführen in einer netten Gruppe.“

Für ihn sei es unverständlich, so Rulfs, wie man Werbung für den Touristikgedanken im eigenen Ort machen wolle, wenn Interessierte so beschieden würden. Und er wisse von anderen Patienten, die ähnlichen Erfahrungen mit dem Staatsbad gemacht hätten.

Das ist für Herrn Rulfs ein Dilemma, das wir zurzeit leider nicht lösen können.

Maik Fischer, Kurdirektor Staatsbad Pyrmont

Kurdirektor Maik Fischer bestätigt die Darstellung des Pyrmonters im Wesentlichen und entschuldigt sich dafür. „Das tut uns leid, weil es für Herrn Rulfs ein Dilemma ist, das wir zurzeit leider nicht lösen können“, so der Staatsbadchef, der darin aber kein generelles, sondern eher ein individuelles Problem sieht, wenngleich er einräumt: „Die Nachfrage nach Therapien im Wasser und im Trockenen übersteigt deutlich unsere Kapazitäten.“ Das liege daran, dass zunächst die Patienten mit einer ärztlichen Verordnung berücksichtigt würden. „Und genau die Therapie, die Herr Rulfs unbedingt haben möchte, können wir ihm nicht anbieten. Wir haben ihm darum andere Selbstzahlerprodukte wie Rückenschule mit Funktionsgymnastik, Sole-Bewegungsbäder mit Übungsbehandlung oder auch das Training im Club Hufeland in unserer Therme angeboten. Das alles hat ihm aber leider nicht zusagt.“

Grundsätzlich läuft das Geschäft mit den Selbstzahlern laut Fischer sehr gut. „Sie machen etwas die Hälfte aller Patienten im Königin-Luise-Bad aus. Das zeigt das große Interesse an Gesundheitsprodukten, das immer noch steigt und wir natürlich bedienen wollen.“ Die Einrichtung des Staatsbades wird zurzeit bekanntlich unter der Leitung des staatlichen Baumanagements für umgebaut und modernisiert, was wiederum zu räumlichen und personellen Engpässen führe. „Nach der Fertigstellung werden die Kapazitäten ansteigen“, so Fischer. Das wird noch dauern. Die bisherigen Verzögerungen auf der Baustellen haben dazu geführt, dass das Staatsbad von einer kompletten Fertigstellung Mitte 2019 ausgeht.



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