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Theatergruppe am Humboldt-Gymnasium nahm sich mit Ironie und Witz des Klassikers an

Kein leichtes Spiel mit dem „weißen Othello“

Bad Pyrmont. Kein leichtes Spiel hatten die Schüler und Schülerinnen der Theatergruppe am Humboldt-Gymnasium mit der Interpretation des Klassikers ,,Othello“ von William Shakespeare. Und doch war die Aufführung des Stückes ,,Othello weiß“ im Musikpavillon bei aller ernst genommenen Dramatik des Stoffes von spielerischer Leichtigkeit, gewürzt mit Ironie und Witz. Dass ein tragisches Geschehen ganz banal, sogar komisch beginnen kann, hat schon die Bremer Shakespeare-Company in ihren Stücken deutlich gemacht.

veröffentlicht am 27.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 12:41 Uhr

Autor:

Karin Heininger
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Regisseur Norbert Döding bürstet dramaturgische Gewohnheiten gegen den Strich, betrachtet die Dinge aus heutiger Sicht. Als Grundlage dienen Übersetzungen von Erich Fried und anderen Autoren. Rainer Maria Rilkes Gedicht ,,Der Panther“ fügt sich wunderbar in den Text.

Der doppeldeutige Titel des Stückes spiegelt einen Teil der dramatischen Auseinandersetzung um Anerkennung, Vertrauen, Vorurteil und Eifersucht wider. Der venezianische Feldherr Othello wird hier nicht als ,,Mohr“, sondern als Weißer dargestellt. Wenn Othello irgendwann sagt ,,Ich könnte mich schwarzärgern“ und ihm die (dunkelhäutige) Sängerin antwortet ,,Ich weiß!“, dann ist das eine kleine, aber feine doppelsinnige Raffinesse.

Kämpfe gibt es reichlich im Stück, doch auch auf dem Fußball-Feld werden heute Schlachten ausgefochten. Und so ist das Machtgerangel um das runde Leder ein Teil der Handlung. Ebenso wie das Handy in Aktion tritt, wenn es ,,sich herumspricht“, dass Othello seine Desdemona geschlagen hat. Dem intensiven Spiel des Ensembles merkt man an, dass es ernsthaft eingetaucht ist in die Typologie der Figuren. Sonia Hamann spielt Othello nicht mit rasender Eifersucht, sondern sehr zurückgenommen mit tiefer Verletztheit. Desdemona, die Lichtgestalt, wird hier ganz in Schwarz und als eher unauffällige junge Frau von Marie-Claire Koch dargestellt.

Christian Popescu agiert als arroganter Bösewicht Jago mit eher beiläufiger Gemeinheit. Eine starke Leistung! Souverän und mit viel Ausstrahlung spielt Josiane Sozonli die Sängerin. In weiteren Rollen überzeugen Jonas Schmeinck, David Gense, Pia Wagner, Vincent Rison, Larissa Clasen, Annika Richter, Sinah Laube, Sally Pieper, Alina Lisovoj, Carsten Kuckuck. Johanna Düe begleitet die Handlung auf der Querflöte, die Kostüme erstellte Irmgard Witkop. Im vollbesetzten Musikpavillon gab es viel Beifall.



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