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Pyrmonter Nabu sieht Bau des 2,4 Millionen Euro teuren Stauraumkanals durch AöR kritisch

„Kanaldeckel werden weiter hochgedrückt“

Bad Pyrmont. Mit Kosten in Höhe von 2,4 Millionen Euro ist der Bau eines Stauraumkanals oberhalb der Solbadstraße in Richtung Klärwerk eines der bislang teuersten Vorhaben der Entsorgung Bad Pyrmont AöR. Doch der Pyrmonter Naturschutzbund (Nabu) hat Zweifel am Nutzen des Bauwerks, das 2000 Kubikmeter Wasser auffangen soll, um das Kanalnetz bei Starkregen zu entlasten.

veröffentlicht am 17.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 08:41 Uhr

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Autor:

vON hANS-ULRICH KILIAN
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Ein sensibleres Baugebiet als das, in dem der 500 Meter lange und acht Meter breite Stauraumkanal entstehen soll, gibt es nach Auffassung des Nabu nicht, der in einer Stellungnahme an den Landkreis als zuständige Genehmigungsbehörde von einem „Risikogebiet“ spricht, denn hier seien nicht nur Natur- und Landschaftsschutz, sondern auch der Schutz der Pyrmonter Heilquellen sowohl der Schutz vor Überschwemmungen der Emmer zu berücksichtigen. „Das alleine muss schon zur Suche nach möglichen Alternativen führen“, so Holm Rengstorf und Volker Klingler vom Vorstand. Mögliche Lösungen wären nach Auffassung des Verbandes ein Stauraumkanal in der Solbadstraße oder ein Rückhaltebecken. Als nicht nachvollziehbar ist es aus Sicht des Nabu, warum erst unmittelbar vor dem Pumpwerk ein Rückstauvolumen von 2000 Kubikmetern geschaffen werde, wo doch das Netz im gesamten Einzugsgebiet hohe Auslastungen durch Starkregen erfahre. „Der Kanal dürfte zudem keinerlei Rückwirkungen auf eine Entlastung des Netzes haben. Bei Unwettern werden weiterhin Kanaldeckel hochgedrückt“, heißt es in der Stellungnahme. Aus ökologischen und ökonomischen Gründen müssten im gesamten Stadtgebiet nach Lösungen gesucht und dezentrale Rückstaureserven geschaffen werden. „Wir haben ja bereits dezentrale Lösungen geschaffen und arbeiten weiter daran“, entgegnet AöR-Vorstand Eberhard Weber und verweist auf entsprechende Projekte in der Marienstraße und zwischen Forstweg und Kaiserplatz. Außerdem gebe es keine Alternative für den Stauraumkanal, denn der alte etwa 60 Jahre alte Kanal dort sei sanierungsbedürftig. Weber rechnet nach den Vorgesprächen mit einer baldigen Baugenehmigung durch den Kreis und einem Start der Arbeiten am 28. oder 30. April. Für den Nabu ist der Bau Anlass für grundsätzliche Empfehlungen. Die Stadt müsse anstreben, den Anteil des Regenwassers im Kanal deutlich zu reduzieren und könnte das unter anderem durch die Beschränkung von Flächenbefestigungen, durch Versickerung und die Öffnung verrohrter Bäche erreichen.

Die markierte Linie zeigt den Verlauf des geplanten Stauraumkanals zwischen der Solbadstraße und dem Pumpwerk an der Emmer.AöR



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