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Ankündigung Fischers, das Kulturprogramm zu kürzen, stößt auf Kritik

„Kampfansage an die Kultur“

Bad Pyrmont. Die Ankündigung von Kurdirektor Maik Fischer, das Veranstaltungsprogramm zu kürzen (PN vom Samstag), ist auf scharfe Kritik gestoßen. Der Vorsitzende der Musikbad Pyrmont Kulturstiftung, Titus Malms, sprach am Montag im Hinblick auf nur noch zwei Sinfoniekonzerte jährlich von einer „Kampfansage an den hier in 300 Jahren gewachsenen Bestand an musikalischer Kultur“ und die SPD-Fraktionsvorsitzende Heike Beckord warnte Fischer davor, „mit dem Feuer zu spielen“, wenn er besucherstarke Veranstaltungen absage.

veröffentlicht am 10.08.2015 um 16:02 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 21:41 Uhr

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Fischer hatte Informationen dieser Zeitung bestätigt, das Veranstaltungsprogramm überarbeiten zu wollen. „Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD ist in Berlin festgeschrieben worden, dass Kulturförderung keine Subvention darstellt, sondern eine Investition in die Zukunft“, so Malms. „Wenn das jetzt auf lokaler Ebene so interpretiert wird, dass Musik auf einem entsprechend hohen Niveau nicht mehr stattfinden wird, dann ist das eine Bankrotterklärung, die völlig außer Acht lässt, dass Kulturwirtschaft auch ein ganz wichtiger Standortfaktor ist“, kritisierte der Stiftungsvorsitzende. Er räumte ein, dass das Pyrmonter Publikum dazu beigetragen habe, dass diese Entwicklung bei den Sinfoniekonzerten eingetreten sei. „So konnten es entsprechende Teile der Abonnenten fast gar nicht übers Herz bringen, Komponisten zuzuhören, die schon über 100 Jahre tot sind.“ Es sei natürlich keine Grundlage, die dem Staatsbad Sicherheit biete, wenn das Konzerthaus nur halb besetzt sei. Die Musikbad Pyrmont Kulturstiftung bemüht sich laut Malms gerade darum, eine fünfstellige Summe aufzutreiben, um 2016 ein Jubiläumskonzert mit der in Pyrmont vor 70 Jahren gegründeten und bis 1950 beheimateten Nordwestdeutschen Philharmonie zu veranstalten. „Wenn wir uns das vor Augen halten, dann ist das doch ein ganz praktisches Beispiel, wie es in dieser Situation weiter möglich sein sollte, einen Dialog des Staatsbades mit dem Pyrmonter Publikum zu unterhalten, der darum bemüht sein muss, die schlimmsten Auswirkungen der Planung in ein noch erträgliches Miteinander zu verwandeln.“

„Für Herrn Fischer scheint das Kulturprogramm Kür zu sein und damit zur Disposition gestellt werden zu können“, so die SPD-Fraktionsvorsitzende Heike Beckord. Über viele Jahre sei unter großen Anstrengungen ein ausgewogenes Programm aufgebaut worden, das seinesgleichen suche, sparsamst kalkuliert und auch unter finanzieller Beteiligung von Stadt und Landkreis finanziert. Eine regelmäßige Überprüfung sei selbstverständlich. „Wer aber besucherstarke Veranstaltungen ,auf Eis legt‘, gefährdet unsere Tourismuswirtschaft. Von dem guten Ruf unseres Kulturprogramms ist unmittelbar auch das Wohlergehen unserer Stadt abhängig. Kultur kann aber nicht nur durch die monetäre Brille gesehen werden, Kultur kostet Geld und ist leider häufig ein Zuschussgeschäft.“uk



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