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Protestveranstaltung der Bürgerinitiative Transit Weserbergland im Humboldt-Gymnasium

Kampf gegen massiven Güterverkehr

Bad Pyrmont. Die Diskussion um die Verstärkung der Güterbahntransitstrecke vom Ruhrgebiet nach Berlin geht in die entscheidende Phase. Noch ist offen, welche Variante realisiert werden soll. Überlegungen zur Ertüchtigung der von Bad Oeynhausen über Rinteln – Hessisch Oldendorf – Hameln – Afferde – Coppenbrügge – Osterwald führenden Südroute hatten bereits heftige Proteste ausgelöst. Das Bundesverkehrsministerium hat nun mit der Streckenführung über Lügde – Bad Pyrmont – Emmerthal – Hameln – Afferde – Coppenbrügge – Osterwald eine weitere Variante ins Gespräch gebracht. Aber auch diese Streckenführung stößt auf Protest. „Über die Köpfe der Menschen hinweg soll wider jede Vernunft eine schwere Güterbahntransitstrecke durch unseren Naturpark Weserbergland durchgesetzt werden. Unsere Region würde großen Schaden nehmen. Mit der über Hannover führenden Nordroute gibt es eine deutlich bessere Alternative“, sagt Diethard Seeman, Vorsitzender der Bürgerinitiative Transit Weserbergland (BI), die für Freitag, 14. November, 19 Uhr, zu einer Protestveranstaltung in die Mensa des Pyrmonter Humboldt-Gymnasiums eingeladen hat. Das Motto: „Wir sagen nein zum schweren Güterbahntransit im Naturpark Weserbergland.“

veröffentlicht am 05.11.2014 um 21:30 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 21:21 Uhr

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Zwar spricht sich auch die Bürgerinitiative dafür aus, den Menschen und der Umwelt zuliebe mehr Güter auf die Schiene zu bringen, favorisiert jedoch den Ausbau der sogenannten Nordroute und damit den Streckenabschnitt Minden – Haste – Seelze. „Damit verbunden ist die gesetzliche Verpflichtung der Deutschen Bahn AG zur Errichtung von Lärmschutz nach dem heutigen Stand der Technik – eine enorme Erleichterung für die an der Nordroute lebenden Menschen“, heißt es in der Begründung. Das Verkehrsministerium habe diesen Plan jedoch aufgrund eines Nutzen-/Kostenvergleichs zurückgestellt, was die Bürgerinitiative jedoch als „fragwürdig“ bezeichnet. Stattdessen werde nun beabsichtigt, schweren Güterbahntransit auf die sogenannte Südroute, die Strecke Löhne – Hameln – Elze oder alternativ auf die Strecke Lügde – Bad Pyrmont – Emmerthal – Hameln– Elze zu verlagern, was für die heimische Region den Ausbau einer Güterbahntransitstrecke mitten durch den Naturpark Weserbergland bedeute. Der aber müsse bleiben, was er ist: „Ein wichtiges Naherholungsgebiet mit großer Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unserer Region“, wie die Bürgerinitiative erklärt.

Für vorhandene zweigleisige Strecken, was auch bei Wiederherstellung der Zweigleisigkeit der Südroute gelte, gebe es keinen oder nur eine minimale gesetzliche Verpflichtung für Lärmschutz, argumentieren die Gegner. Da sich Personen- und Güterverkehr gegenseitig stark behinderten, plane die Deutsche Bahn generell eine Entmischung und damit separate Schienenstrecken. „Das würde für unsere Region bedeuten, dass die Strecke Minden/Wunstorf vorrangig für den Personenverkehr, die Strecke durch unseren Naturpark vorrangig für den schweren Gütertransitverkehr genutzt wird“, sagt Seeman und fügt hinzu: „Geht es nach den Vorstellungen der Planer, kann schon 2015 mit den Baumaßnahmen begonnen werden.“ Dann, so der BI-Vorsitzende, könnte Tag und Nacht alle fünf bis acht Minuten ein schwerer Güterzug mit hoher Geschwindigkeit durch die heimische Region donnern. Ständig geschlossenen Bahnschranken behinderten dann den Verkehr extrem und das Weserbergland werde an Attraktivität verlieren.

Das aber will die BI vereiteln. Unter dem Motto „Gemeinsam werden wir diesen Wahnsinn verhindern“ setzen sich die Mitglieder dafür ein, dass sämtliche Planungen einer Güterbahn-Transitstrecke durch das Weserbergland aufgegeben werden und die Nordroute zügig realisiert wird.

Interessierte, die an der Protestveranstaltung im Pyrmonter Humboldt-Gymnasium teilnehmen wollen, werden aus organisatorischen Gründen gebeten, sich möglichst unter der Email-Adresse bi-twb-14.11.14@t-online.de anzumelden. Nähere Informationen gibt es zudem im Internet unter der Adresse www.bi-transit-weserbergland.de.HW

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