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Peter Vollmer him Kurtheater

Kalauer ohne roten Faden

BAD PYRMONT. Mit Kabarett hatte der Abend mit Peter Vollmer nicht viel gemeinsam. Eher mit einer Art von Comedy, die Gag an Gag reiht, ohne so richtig zu zünden. „Frauen verblühen – Männer verduften Folge 2“ war das Programm betitelt, in dem Vollmer den „Mann in der Lebensmitte nahe am Verfassdatum“ aufs Korn nahm.

veröffentlicht am 25.06.2017 um 11:18 Uhr

Peter Vollmer grimassierte sich durch den Abend, Foto: rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Nach der Begrüßung „speziell an die Männer“ ging es an die Midlife-Krise, bei der man in seinem ersten Programm direkt am Abgrund gestanden habe und nun, in dem zweiten Teil, einen Schritt weiter sei. Und dann ging’s munter unter die Gürtellinie, indem die Frage bearbeitet wurde, ob man als Mann in Alter noch erektionsfähig ist oder man es mit beginnender Leichenstarre zu tun habe. Wer wollte, konnte dann darüber lachen, dass man eine Straße voller Männer eine Sackgasse nennt oder dass Vollmer alle aufzustehen bat, die noch ein erfülltes Sexualleben haben.

Dass er zur Gitarre griff und in „Liedern über die Ängste der Hengste“ gängige Hits wie „99 Luftballons“ oder den Henry-Valentino-Song „Im Wagen vor mir“ mit eigenen Texten unterlegte, brachte Abwechslung in den Abend, und über die Textidee „wenn mein Wasser im Bein goldner Wein wär‘“ konnten einige Zuhörerinnen auch lachen.

Doch in erster Linie arbeitete Vollmer mit seiner Mimik, grimassierte viel und war stimmlich eher gequetscht. Häufig betonte er seinen Wohnort Köln-Nippes, wo er mit einer Frau verheiratet sei – was man in Köln dazusagen müsse. Als Mann sei er verzichtbar, und seine Frau könne gut mit Geld umgehen, vor allem schnell. Neben solchen Erkenntnissen wurde das Bedürfnis mancher Menschen anvisiert, sich piercen zu lassen, auch an den unmöglichsten Stellen. „Diese Piercings im Privatbereich, das ist ein Geschepper, da kriegt das Wort ‚Klingelbeutel‘ eine ganz neue Bedeutung“, betonte er. Nebenbei bekamen die Leute, die mit 63 Jahren in Rente gehen, mit „Schmarotzer“ ihr Fett weg.

Ohne roten Faden sprang Vollmer von Thema zu Thema, streifte das Essen als „Religion“, ökologische Proteste, sein erstes Auto, einen Opel Kadett und das Alter. Dass seine sprechende Badezimmerwaage singt „Du wolltest niemals auseinander geh’n“, zählte zu den kreativeren Momenten. Vollmers Statement „Männer verduften, weil sie dem Rausschmiss zuvorkommen wollen“ schien da irgendwie symbolisch für den Abend zu sein, und so war der Beifall schließlich freundlich aber nicht überschwänglich.



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