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Neue Palmengarten-Optik ist in Arbeit

Jeder Kübel wird präzise platziert

Im Kurpark von Bad Pyrmont passiert Spannendes: Der Palmengarten wird neu gestaltet. Das Ziel ist eine präzisere Struktur, mit einer klaren Nord-Süd-Blickachse. Deshalb achtet Gärtnermeister Michael Mäkler ganz genau darauf, wo welche Palme platziert wird. Hier geht‘s um Größe, Fülle, Wuchs und Zentimeter. (jl)

veröffentlicht am 26.04.2016 um 19:53 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:27 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Bad Pyrmont. Vieles neu im Palmengarten: Der frische Kies, ein Teil der Wegeführung, der Beete und die Platzierung der Pflanzen werden in dieser Saison in überarbeiteter Optik erscheinen. Der hellgelbe Belag ziert schon die Wege. Aber noch kurven die Gabelstapler durch das Herzstück des Pyrmonter Kurparks. Sie platzieren die aus dem Winterlager befreiten wetterfesten Palmen. Mit steigenden Temperaturen werden später sensiblere Gewächse wie Engelstrompeten, Hibiskus und Bleiwurz folgen.

Wo die Palmen in dem 103 Jahre alten Themengarten stehen, war dem Staatsbad bisher zwar auch nicht egal. Aber aktuell wachen Gärtnermeister Michael Mäkler und seine Kollegin Sylke Bukowski besonders aufmerksam über die Verteilung. Wenn der zuvor festgelegte Abstand zu den weiteren Gestaltungselementen eines Beetes oder zur neuen, breiten Betonkante nicht passt, wird der Zollstock angelegt – und gegebenenfalls nachjustiert. Denn die Gärtner haben ein neue, große Pflanzfläche zu gestalten. Die findet sich – statt zwei entfernter kleinerer Beete – an der westlichen Längsseite des Themengartens auf einer zuvor freien Fläche, in Nachbarschaft zur Schlossgraft.

Die Anordnung der tonnenschweren Kübelpflanzen gehorcht einem konkreten Ziel: Chef-Gärtner Mäkler wünscht sich eine „präzise Gartengestaltung“. Im Blick hat er dabei eine klare Nord-Süd-Achse zwischen den beiden Rosenpavillons. Die Brunnenachse in der Gartenmitte und die 2015 neu bepflanzte Zypressenallee im Osten behalten ihr Erscheinungsbild.

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Schon jetzt säumt eine Palmen-Allee die Nordsüd-Achse des Themengartens.

Wieviele Palmen am Ende im nördlichsten Palmengarten jenseits der Alpen stehen werden, kann Mäkler momentan noch nicht beziffern. Denn noch ist die Neugestaltung in Arbeit. „Wir sind noch ein bisschen am Experimentieren, wie es am besten aussieht“, sagt er und stellt in Aussicht: „Nach Pfingsten wissen wir mehr.“

Auf die Anzahl von 330 Palmen angesprochen, die beim Thema Palmengarten noch immer durch diverse Werbetexte spukt und mit Blick auf die anstehende Neugestaltung bei manchen Pyrmontern für Irritationen sorgte, sagt Mäkler: „Seit ich beim Staatsbad arbeite, hatten wir nie 330 Palmen im Palmengarten.“ Und er fragt: „Ist denn die Stückzahl entscheidend – oder die Qualität?“ Tatsächlich habe man insgesamt 500 Kübelpflanzen in mehr als 40 verschiedenen Arten. Was eine gelungene Gestaltung für ihn ausmacht, zeigt Mäkler anhand einer stattlichen kanarischen Dattelpalme hinter sich. „Die ist es wert, zur Geltung zu kommen.“ Obwohl die Pflanztöpfe schon seit Jahren verschönert werden, solle später von den Kübeln aber nicht mehr viel zu sehen sein. „Da werden genug farbige Pflanzen drumherum wachsen“, stellt sich der Gärtnermeister vor.

„Es gab bestimmt viele Liebhaber, die das auch vorher schön fanden“, glaubt Mäkler. Gleichwohl strebt er nun ein „bisschen mehr Ordnung und mehr Qualität“ an. Ganz einfach, weil eine Reihe ähnlicher Pflanzen Ruhe vermittle.

Eine barocke Geschichte hat der 1913 mit zunächst nur 12 Palmen gestaltete Pyrmonter Palmengarten zwar nicht. Aber die damals verfolgte konsequente Bändigung der Natur passt offenbar auch in die heutige Zeit. „Natürlich ist die Gestaltung auch immer vom jeweiligen Zeitgeist beeinflusst“, sagt der Gärtnermeister.

Bei der Umgestaltung hat das Staatsbad auch eine nachhaltige Unterhaltung im Blick. Mit dem Wort „pflegeleicht“ hat Mäkler indes ein Problem. „Was ist schon pflegeleicht?“, fragt er. Allerdings ergäbe es tatsächlich wenig Sinn, sich extrem betreuungsintensive Pflanzen zu suchen und hinterher zu sagen: „Oh wunderbar, wir brauchen noch fünf Gärtner.“ Die Arbeiten müssten für die 13 Mitarbeiter – darunter zwei Teilzeitkräfte – schließlich zu bewältigen sein.

Eine Umgestaltung hat Mäkler übrigens gezwungenermaßen vornehmen müssen: Ein Teil der kleinen Buchsbaumhecken war nicht zu retten. Den Pflanzen setzt ein Pilz zu. Der breitet sich seit Jahren immer weiter aus. Und Mäkler bedauert: „Es gibt keinen Wirkstoff, der diesem Schwächeparasiten Einhalt gebietet.“ Möglich also, dass auch die noch stehenden Minihecken im Ostteil des Palmengartens irgendwann hinüber sind.

Aber daran denkt Michael Mäkler derzeit noch nicht. Er hat jetzt erst einmal den Endspurt der Palmengarten-Neugestaltung im Blick.



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