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Entertainer Götz Alsmann brilliert im Konzerthaus

Italienisches Flair in der Kurstadt

BAD PYRMONT. Ein wenig aus der Zeit gefallen kam der Abend im Bad Pyrmonter Konzerthaus daher. Hat Götz Alsmann sein Konzert schon mit „Quando quando quando“ begonnen, einem italienischen Klassiker aus dem Jahr 1962, also aus einer Zeit, als der Schlager auch noch als Gassenhauer bezeichnet wurde.

veröffentlicht am 25.02.2018 um 18:09 Uhr

Götz Alsmann und seine Band vermitteln auf der Bühne im Konzerthaus italienisches Lebensgefühl. foto: yt
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Autor

Carlhermann Schmitt Reporter
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In seinem gut zweistündigen Konzert schaffte es Alsmann mit seiner vierköpfigen Band sogar, die leicht abfällige Konnotation für dieses Musikgenre völlig zu zerstreuen. Mit Stil. Der Entertainer – nein der Conférencier – präsentierte sich als Mann von Welt. Mondän wie in einer Casino-Szene eines James-Bond-Krimis mit Sean Connery und Klaus Maria Brandauer. Alleine schon durch ein gar beiläufiges Erwähnen von Sophia Loren, Paolo Conte oder Adriano Celentano hob er den italienischen Schlager auf einen Sockel, dessen Plattform in einen besonderen, Esprit versprühenden Dunst gehüllt schien, in dem sich vielleicht noch Ferrari und das Vespa-Lebensgefühl sonnen dürfen.

Rom heißt sein neues Album, das Alsmann mit seiner Band im Forum Music Village aufgenommen hat. In jenem berühmten Musikstudio das einst Ennio Morricone gehört hat. In seinen Anmoderationen berichtete Alsmann von jenem Geist, der das unter der Kirche Sacro Cuore di Maria gelegene Studio noch immer durchweht und der die Musiker zu einem fulminanten Werk inspiriert hat. Die Besucher im voll besetzten großen Saal waren restlos begeistert von diesem Abend der Extra-Klasse. Alsmann präsentierte Lieder wie „Azzurro“, „Carina“, „Marina“ oder „Volare“. Er sang auf Deutsch. Aber er hat sich dem Geist der italienischen Originale dabei völlig hingegeben, sodass die Gäste eintauchen konnten in das Lebensgefühl der Italiener jener Zeit. Und in das Lebensgefühl der Deutschen, die mit Käfer und Isetta den Brenner überwanden, um jenen Esprit aufzusaugen.

Dazwischen plauderte er. Über das Italien der 60er und 70er Jahre oder über einen täglichen zehnminütigen Fußmarsch. Er freute sich, dass sie diese mörderische Strecke entschärfen konnten mit einem Basislager auf halben Weg, wo sich die Musiker mit Speis und Trank stärken konnten.

Götz Alsmann liebte die große Geste. Er sonnte sich im Strahl des Verfolger-Scheinwerfers, strahlte, warf Küsschen in die Menge. Er sprach mal sehr betont und akzentuiert, mal schnell wie ein Maschinengewehr. Baute Spannungsbögen. Alsmann hatte sein Publikum voll im Griff. Es hing förmlich an seinen Lippen und nahm jede Gelegenheit wahr, ihm zu applaudieren. Ihm und seiner Band, die er nicht müde wurde vorzustellen und in Szene zu setzen. Eine herausragende Combo, die ebenfalls so gar nicht in diese Zeit passt: Keine E-Gitarre, kein Synthesizer, der für den Klangteppich sorgt. Dafür neben dem von Götz Alsmann gespielten Flügel ein Vibraphon, Kontrabass, Schlagzeug und Percussion. Die Texte haben Charme, treffen das Thema besser als die Schlagerversionen, mit denen beispielsweise Peter Alexander unterwegs war. Und die musikalische Aufbereitung: Bomba! Da konnten sich sogar die Zuhörer, die von ihren Eltern mit den Klassikern von einst entnervt wurden, neu verlieben. In ein subtiles Spiel, dessen Dramaturgie die Gäste selbst die Hymne der deutsch-italienischen Freundschaft, „Caprifischer“, wieder neu entdecken ließ.



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