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IHK-Umfrage zur Digitalisierung in Unternehmen

IT top – Breitband Flop

Detmold. Die zunehmende Digitalisierung von Verwaltung, Produktion und Service auch über Unternehmensgrenzen hinaus ist eine der wichtigsten unternehmerischen Herausforderungen der nächsten Jahre. Das gilt auch für lippische Unternehmen.

veröffentlicht am 10.12.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:41 Uhr

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Eine aktuelle Online-Umfrage der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) zeigt, das die digitale Transformation in 77 Prozent der lippischen Unternehmen aktuell eine bedeutende Rolle spielt. Diese Tendenz wird sich in den nächsten fünf Jahren noch verstärken. Matthias Carl, stellvertretender Geschäftsführer der IHK Lippe, freut sich darüber, dass 77 Prozent die Digitalisierung eher als Chance und nur knapp 10 Prozent als Bedrohung empfinden. Anders der Einzelhandel: Ein Viertel sieht im Trend zur Digitalisierung eine Gefahr für das eigene Geschäft.

Grundsätzlich positiv sei, so Carl, dass sich fast drei Viertel der Unternehmen bei der Digitalisierung des eigenen Unternehmens bereits gut bzw. sehr gut aufgestellt sähen. Industrieunternehmen schneiden hier mit 61 Prozent deutlich schlechter ab als alle anderen Branchen (81 bis 88 Prozent), berichtet Carl. Kleinstunternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitern (~80 Prozent) fühlten sich besser digitalisiert als Unternehmen zwischen 11 und 250 Mitarbeitern (etwa 60 Prozent). Je umfassender der IT-Einsatz, je komplexer die Prozesse und je größer die Vernetzung, umso schlechter schätzen sich die Unternehmen ein.

Die Basis der Digitalisierung ist Informationstechnologie (IT). 83 Prozent der Befragten finden, dass ihr Unternehmen entsprechend des aktuellen Bedarfs – mit leistungsfähiger IT arbeitet. Und 70 Prozent meinen, dass ihr Personal über hohe digitale Kompetenz verfügt. Demgegenüber sehe es bei einer weiteren Voraussetzung für die Digitalisierung deutlich schlechter aus, resümiert Carl: Nur 53 Prozent der Unternehmen fühlen sich beim Breitband ausreichend versorgt. Insbesondere das verarbeitende Gewerbe und die IT-Dienstleister seien unzufrieden. Der Ausbau mit schnellem Internet in den Gewerbegebieten müsse schnell umgesetzt werden, fordert die IHK Lippe deshalb.

Die Umfrage zeige aber auch, so Carl, dass die Digitalisierung in den meisten Unternehmen aktuell vor allem auf die Optimierung interner Prozesse abziele, während die Potenziale smarter Produkte und Dienstleistungen, der intelligenten Produktion und neuer Geschäftsmodelle mehrheitlich noch nicht im Fokus stünden. Das bestätigt sich auch beim Blick auf die aktuell eingesetzten IT-Anwendungen, so Carl: Die eigene Homepage ist Standard, Trendthemen wie die Nutzung von Cloud-Diensten, Big Data-Anwendungen, Industrie 4.0 oder 3D-Druck-Verfahren stecken noch in den Kinderschuhen.

Unabhängig vom aktuellen Stand der Digitalisierung teilen fast alle Unternehmen die Einschätzung, dass sie ihre Aktivitäten zum Thema Digitalisierung in den nächsten Jahren deutlich ausbauen müssen. So wollen über 40 Prozent der Unternehmen in den nächsten drei Jahren ihr Personal digital noch fitter machen und die internen Geschäftsprozesse weiter digitalisieren. Das verarbeitende Gewerbe will auch die intelligente Produktion vorantreiben (38 Prozent).

Die Unternehmen wünschen sich zur Unterstützung der Digitalisierung vor allem Weiterbildungsangebote (44 Prozent), Veranstaltungen und Workshops (32 Prozent). Die digitale Transformation der Wirtschaft gilt als eine der bedeutendsten Herausforderungen für den Mittelstand in Deutschland. Mehrere Studien gehen von einem radikalen Strukturwandel (BDI/Roland Berger Strategy Consultants, 2/2015) aus und attestieren dem deutschen Mittelstand Nachholbedarf.

Um zu ermitteln, wie die Wirtschaft in Lippe beim Thema Digitalisierung aufgestellt ist und wo in den nächsten Jahren der größte Handlungsbedarf gesehen wird, hat die Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold im September 2015 die Online-Umfrage bei gut 3000 Unternehmen aller Branchen und Größenordnungen durchgeführt. 213 Unternehmen (7 Prozent) haben sich an der Umfrage beteiligt.



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