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CDU-Politiker sorgen sich um günstigen Bahntarif / Watermann sieht die Gefahr nicht

Ist Bad Pyrmont drin oder nicht?

Bad Pyrmont. „Wir waren wirklich überrascht. Man kann doch einen Bahntarif nicht nur für einen halben Landkreis aushandeln, das macht doch keinen Sinn.“ Ursula Körtner, Ratsmitglied in Bad Pyrmont und Mitglied im Kreistag Hameln-Pyrmont, sieht gemeinsam mit ihren Fraktionskollegen Dirk Wöltje und Udo Nacke die Gefahr, dass Bad Pyrmont bei den Planungen abgehängt wird. „Hört der Landkreis in Hameln auf?“ fragen die drei Politiker. Doch ist ihre Sorge begründet?

veröffentlicht am 09.02.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 03:41 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich kilian
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Bei einer Haushaltsklausurtagung der CDU-Kreistagsfraktion hatten sie von Kreiskämmerer Carsten Vetter erfahren, dass die Ausweitung des günstigeren Großraumverkehrs Hannover (GVH) zunächst nur bis Hameln geplant ist. „Sollten es die finanziellen Möglichkeiten hergeben, soll danach eine Ausdehnung bis Bad Pyrmont erfolgen“, heißt es in der Mitteilung der CDU-Vertreter. Vetter bestätigte das gestern auf Nachfrage dieser Zeitung, war sich aber nicht mehr ganz sicher, ob dies die richtige Lesart ist. Er will nun am Mittwoch den Sachverhalt klären.

„Dass Bad Pyrmont und Emmerthal nicht dabei sind, geht aus keiner der Unterlagen hervor, die ich kenne“, versuchte der Landtagsabgeordnete und SPD-Kreistagsfraktionschef Ulrich Watermann gestern zu beruhigen. Er fügte hinzu: „Sollte es anderes sein, würde ich das auch nicht mitmachten.“

Dabei steht zurzeit überhaupt nicht fest, ob statt der vom Landkreis bisher verfolgten Ausdehnung des GVH möglicherweise ein vom Land verfolgtes Modell zur Einführung eines einheitlichen Ticketsystems im Nahverkehr greift. Das GVH-Konzept wird nun wohl nicht zur Jahresmitte 2015 kommen, was einmal geplant war, vielleicht auch gar nicht mehr in diesem Jahr (Bericht vom Montag). 500 000 Euro hatte Vetter für den GVH-Tarif als Ausgleichszahlung an die Bahn in den Haushaltsplanentwurf eingesetzt. „Bei dieser Summe waren Emmerthal und Bad Pyrmont dabei“, gab er gestern Auskunft. Dass er die Summe jetzt auf 300 000 Euro reduziert habe, habe nur mit der Verzögerung zu tun, nicht mit einer Veränderung des Modells, versicherte er.

Das weiß auch Körtner. „Die Verhandlungen über das GVH-Tarifmodell sind sicherlich nicht einfach. Aber wir wollen, dass die Kreisverwaltung die Verhandlungen weiter für den ganzen und nicht nur für den halben Landkreis Hameln-Pyrmont führt“, kündigte sie einen entsprechenden Antrag ihrer Fraktion zu den Haushaltsberatungen an. Der „ganze Landkreis“ würde aber auch die Wesertalbahn zwischen Hessisch Oldendorf und Osterwald betreffen. „Stimmt“, bestätigt Watermann. „Alle Bahnhöfe im Landkreis sind dabei.“ Die Pyrmonter CDU-Politiker treibt jedoch die Sorge um, die Kurstadt könne ins Nahverkehrsabseits geraten. „Bei Einführung der halbstünlichen S-Bahn bis Hameln hatte die Stadt Bad Pyrmont ihr Einverständnis unter der Voraussetzung erklärt, dass eine einstünliche S5-Anbindung ohne Umsteigevorgang bis zum Flughafen gewährleistet bleibt. Auch das soll jetzt zulasten der Stadt Bad Pyrmont geändert werden“, erklärten die drei Kreistagsabgeordneten.

Körtner, Wöltje und Nacke haben hohe Erwartungen an eine Tariferweiterung. Sie trage den zunehmenden Mobilitätsansprüchen im Freizeit- und Versorgungsbereich Rechnung. Und die Attraktivität Hameln-Pyrmonts als Lebensraum, Gesundheits- und Tourismusregion und Wirtschaftsstandort werde erhöht. „Eine Tariferweiterung kann. Bevölkerungsverlusten durch Abwanderung entgegenwirken und die Attraktivität als Wohnstandort erhöhen“, argumentieren sie.

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